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Marktanalysen 01.09.2017 - Auslandsmarktinformationen

Erneuerbare Energien für Flüchtlingslager Studie

Einleitung

Technisch-ökonomische Analyse bestehender Strukturen und Potentiale zur schnellen Ausstattung von Flüchtlingscamps mit Erneuerbaren-Energien-Systemlösungen mit Fokus auf die MENA-Region

  • Anwendungsfeld/ Technologie: Energieerzeugung, Bioenergie, Kleinwasserkraft, Solarenergie, Windenergie
  • Zielregion: Afrika, Nordafrika, Subsahara Afrika, Vorderasien, MENA-Region
Cover der Studie

Weltweit hat sich die Zahl der durch UNHCR betreuten Flüchtlinge in den letzten Jahren drastisch erhöht. Außerdem gibt es Bestrebungen, den Zugang zu Energie als ein Grundbedürfnis (basic need) auch für Flüchtlinge zu definieren, wodurch eine Energieversorgung zum Zielstandard würde. Flüchtlingslager sind meist nicht an das lokale Energienetz angeschlossen und werden oft in entlegenen und grenznahen Gebieten eingerichtet. Die Stromerzeugung wird, wenn überhaupt vorhanden, fast ausschließlich über den teuren Betrieb umweltschädlicher Dieselgeneratoren abgedeckt. Viele Flüchtlingslager bestehen jedoch durchschnittlich 17 Jahre und sind somit semi-permanent.

Flüchtlingslager liegen in der Verantwortung des Aufnahmelandes, in der Praxis werden diese jedoch oft, und zum Teil vollständig, durch eine Vielzahl internationaler Hilfsorganisationen unter der Federführung von UNHCR errichtet und betrieben. Energielösungen für Flüchtlingslager müssen dennoch die Bedürfnisse des Aufnahmelandes und der lokalen Bevölkerung mit einschließen.

Die Bedarfe an Elektrizität für ein durchschnittliches Lager mit 20.000 Einwohnern liegen je nach Ausstattung und Lage bei 3-20 MWh/Tag und entstehen durch Flüchtlingshaushalte mit spezifischen Lebensgewohnheiten, Kleingewerbe, öffentliche Infrastruktur und Eigenbedarf der Lagerbetreiber.

Neben einer Vielzahl von bedarfsspezifischen Einzelversorgungssystemen sind für Inselnetze Hybridanlagen - mit Backupgenerator und einem hohen Anteil von PV-Strom im Betrieb - am effizientesten umzusetzen.

Ansprechpartner für eine zentralisierte Stromversorgung der Lager sind meist die Behörden des Aufnahmelandes oder UNHCR, bei Eigenbedarfen die jeweiligen Hilfsorganisationen, die eine Einrichtung betreuen. Der gesamte Einkauf des UNHCR im Jahr 2014 überschritt eine Milliarde USD und wurde über lokale, regionale und internationale Beschaffungsprozesse vergeben, die beispielhaft auch für andere internationale Organisationen angewendet werden können.

Einige deutsche Akteure haben sich bereits auf den Markt für Hybrid-Inselsysteme spezialisiert, weitere Unternehmen mit Erfahrung im Ausland und im Off-Grid-Bereich haben sowohl Interesse als auch Chancen, ihre Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten. Die Einsparpotentiale durch EE-Technologien und Maßnahmen zur Energieeffizienz sind immens. Voraussetzung für die Hebung dieser Potentiale durch deutsche EE-Systemlösungen ist ein tragfähiges Geschäfts- oder Ausschreibungsmodell.

Weiterführende Informationen

  • Networking

    Veranstaltung: Networking-Veranstaltung: Klimafreundliche Energielösungen für Flüchtlingslager

    15.01.2018
    Deutschland

    Öffnet Einzelsicht