Belgien verfügt über einen stark integrierten und international ausgerichteten Energiemarkt, der durch ambitionierte Klimaziele, einen hohen Industrialisierungsgrad und begrenzte eigene Primärenergieressourcen geprägt ist. Der Ausbau erneuerbarer Energien spielt eine zentrale Rolle, wobei insbesondere die Windenergie – sowohl onshore als auch offshore – kontinuierlich an Bedeutung gewinnt. Parallel dazu erfordert die zunehmende Einspeisung erneuerbarer Strommengen erhebliche Investitionen in die Netzinfrastruktur sowie in grenzüberschreitende Anbindungen innerhalb des europäischen Strommarkts.
Vor diesem Hintergrund liegt der thematische Fokus 2026 auf Windenergie und Netzinfrastruktur. Belgien plant den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie in der Nordsee und die bessere Integration neuer Erzeugungskapazitäten in das nationale und internationale Stromnetz. Der Netzausbau, die Anbindung von Offshore-Anlagen, die Digitalisierung der Netze sowie Maßnahmen zur Netzstabilität und Flexibilisierung sind eng mit diesen Zielen verknüpft. Zuständigkeiten sind dabei föderal und regional verteilt, was eine differenzierte Marktansprache erfordert.
Für deutsche KMU ergeben sich Ansatzpunkte insbesondere bei Technologien, Komponenten und Dienstleistungen entlang der Windenergie-Wertschöpfungskette sowie bei Lösungen für Übertragungs- und Verteilnetze, Netzmanagement und Systemintegration. Deutsche Anbieter verfügen hier über relevante Erfahrung und technologische Kompetenz. Gleichzeitig stellen komplexe Genehmigungsprozesse, ein wettbewerbsintensives Marktumfeld und hohe technische Anforderungen an Netzanschlüsse und Standards zentrale Rahmenbedingungen dar, die bei einem Markteintritt zu berücksichtigen sind.