Botsuana verfügt über einen stark zentralisierten Strommarkt, der bislang überwiegend auf fossilen Energieträgern basiert. Gleichzeitig verfolgt die Regierung mittelfristige Ziele zum Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der Solarenergie, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und langfristig Kosten zu senken. Hohe solare Einstrahlungswerte und ein wachsender Strombedarf in Wirtschaft und Bevölkerung bilden hierfür eine wichtige Grundlage. Trotz weiterhin niedriger, staatlich gestützter Stromtarife zeichnen sich schrittweise Reformen hin zu kostenreflektierenden Preisen ab, wodurch dezentrale Erzeugungs- und Eigenversorgungslösungen an Relevanz gewinnen.
Der thematische Fokus 2026 liegt auf dezentraler Strom- und Eigenversorgung, insbesondere im gewerblichen und industriellen Bereich. Neben netzgekoppelten Anlagen entwickeln sich Off-Grid- und Mini-Grid-Lösungen als wirtschaftliche Alternative, vor allem in ländlichen Regionen sowie bei netzfernen Anwendungen. Das bestehende Rooftop-Solar-Programm schafft erstmals einen regulatorischen Rahmen für Eigenverbrauch und Netzeinspeisung und unterstützt damit den Markteintritt entsprechender Lösungen.
Für deutsche KMU ergeben sich Ansatzpunkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette dezentraler Energiesysteme, etwa bei Photovoltaik-Komponenten, Systemintegration, Projektentwicklung sowie Betriebs- und Wartungskonzepten. Nachfrage besteht insbesondere in Sektoren wie Bergbau, Tourismus, Landwirtschaft sowie bei exportorientierten Unternehmen mit wachsendem Interesse an Dekarbonisierung.
Herausforderungen ergeben sich aus der weiterhin dominanten Rolle des staatlichen Energieversorgers, begrenzten Förderinstrumenten und teilweise protektionistischen Tendenzen. Gleichzeitig eröffnet der Bedarf an zuverlässiger, nachhaltiger Stromversorgung in abgelegenen Regionen sowie im gewerblichen Eigenversorgungssegment realistische Marktperspektiven.
26.05.2025 Project video
Energy Costs Halved, CO₂ Reduced: Solar Project for Research Center in Botswana
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