Ghanas Energiemarkt ist durch eine wachsende Stromnachfrage, steigende Energiepreise und einen bislang geringen Anteil erneuerbarer Energien geprägt. Die Stromerzeugung basiert überwiegend auf thermischen Kraftwerken und Wasserkraft, während dezentrale erneuerbare Lösungen bisher nur eine untergeordnete Rolle spielen. Gleichzeitig verfolgt die Regierung das Ziel, den Zugang zu Elektrizität weiter zu sichern und den Anteil erneuerbarer Energien schrittweise auszubauen. Der rechtliche Rahmen erlaubt grundsätzlich die Eigenversorgung mit erneuerbaren Energien für alle Kundengruppen und wird durch Instrumente wie Net-Metering, zollfreie Einfuhr von Solarkomponenten und vergünstigte Kredite flankiert.
Vor diesem Hintergrund rückt 2026 die Eigenversorgung in der Agrar- und Lebensmittelindustrie in den Fokus. Der Sektor zählt zu den bedeutenden Wachstumstreibern der ghanaischen Wirtschaft und ist durch einen hohen Energiebedarf für Verarbeitung, Kühlung und Prozesswärme gekennzeichnet. Viele Betriebe sind mit steigenden Stromkosten und einer teilweise unzuverlässigen Versorgung konfrontiert, was das Interesse an dezentralen, kostensenkenden Energielösungen erhöht. Insbesondere Photovoltaiksysteme, hybride Versorgungskonzepte sowie die energetische Nutzung von organischen Reststoffen für Wärme- und Eigenstromanwendungen gewinnen an Relevanz.
Für deutsche KMU ergeben sich Ansatzpunkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette, etwa bei Planung, Lieferung und Betrieb von Eigenversorgungslösungen, energieeffizienter Prozesstechnik sowie bei Finanzierungs- und Betriebsmodellen. Deutsche Technologien sind insbesondere dort gefragt, wo Zuverlässigkeit, Effizienz und die Integration in bestehende industrielle Abläufe im Vordergrund stehen. Gleichzeitig sind lokale regulatorische Anforderungen, Vorgaben zur lokalen Wertschöpfung und begrenzte Investitionsbudgets zu berücksichtigen, die eine sorgfältige Marktvorbereitung erforderlich machen.
Im Rahmen des Projektentwicklungsprogramms liegt der Schwerpunkt in Ghana 2026 auf dem Thema Prozesswärme, insbesondere in den Bereichen Lebensmittelverarbeitung, Pharma, Kunststoff und Textil, in denen bislang unerschlossene Potenziale bestehen und im Rahmen einer Studie näher analysiert werden. Eine Dialogveranstaltung zur Vorstellung der Ergebnisse ist für die zweite Jahreshälfte geplant.
© @GIZ / Abdul Arafat
07.10.2024 Veranstaltungsbericht
PEP-Referenzprojektreise Ghana: Deutsche Solarexpertise für den Industriesektor
Öffnet EinzelsichtVorentwickelte Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern
Das Projektentwicklungsprogramm (PEP)
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