Portugal verfügt über einen dynamischen Energiemarkt, der in den vergangenen Jahren stark durch den Ausbau erneuerbarer Energien und ambitionierte Dekarbonisierungsziele geprägt wurde. Der hohe Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung sowie die strategische Ausrichtung auf Klimaneutralität bilden einen stabilen Rahmen für weitere Transformationsschritte im Energiesystem. Gleichzeitig bleibt der Einsatz fossiler Energieträger, insbesondere von Erdgas, in Industrie und Wärmeversorgung relevant, was den Handlungsdruck zur Substitution erhöht.
Vor diesem Hintergrund rücken grüne Gase zunehmend in den Fokus der portugiesischen Energie- und Industriepolitik. Grüner Wasserstoff und Biomethan werden als zentrale Bausteine für die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien, für den Verkehrssektor sowie für die Reduzierung von Energieimporten betrachtet. Nationale Strategien und Aktionspläne sehen den gezielten Hochlauf dieser Technologien vor, insbesondere durch dezentrale Produktionsansätze in Kombination mit Solar- und Windenergie sowie durch die perspektivische Einspeisung in bestehende Gasnetze. Förderinstrumente im Rahmen des Aufbau- und Resilienzplans unterstützen Investitionen entlang der Wertschöpfungskette grüner Gase.
Für deutsche KMU ergeben sich daraus Ansatzpunkte insbesondere in den Bereichen Elektrolysetechnologien, Biomethanaufbereitung, Gasaufbereitung und -speicherung sowie bei integrierten Systemlösungen für industrielle Anwendungen. Die Nachfrage richtet sich zudem auf Planung, Projektentwicklung und technische Dienstleistungen. Herausforderungen bestehen unter anderem in regulatorischen Anforderungen, Genehmigungsprozessen und der noch im Aufbau befindlichen Marktstruktur, die jedoch zugleich Raum für frühzeitige Marktpositionierung bieten.