Der Energiemarkt in Sambia ist stark von Wasserkraft geprägt und befindet sich in einem schrittweisen Liberalisierungsprozess. Gleichzeitig bestehen strukturelle Defizite beim Netzausbau und beim Zugang zu Elektrizität, insbesondere in ländlichen Regionen. Wiederkehrende Dürreperioden haben die Anfälligkeit der bestehenden Stromversorgung deutlich gemacht und den Bedarf an ergänzenden, dezentralen Lösungen erhöht. Der Staat verfolgt das Ziel, den Strommix zu diversifizieren, private Akteure stärker einzubinden und den Elektrifizierungsgrad bis 2030 spürbar zu steigern.
Vor diesem Hintergrund liegt der thematische Fokus der Energie-Geschäftsreise 2026 auf dezentraler Strom- und Eigenversorgung. Photovoltaiksysteme, Mini-Grids und hybride Lösungen mit Speichern gewinnen an Bedeutung, sowohl für gewerbliche und industrielle Anwendungen als auch für netzferne Gebiete. Steigende Stromtarife und eine noch begrenzte Netzzuverlässigkeit erhöhen das Interesse an Eigenversorgungslösungen, insbesondere im produktiven Sektor.
Für deutsche KMU ergeben sich Ansatzpunkte bei der Planung, Lieferung und Integration von PV-Anlagen, Speichersystemen und dezentralen Versorgungskonzepten. Gefragt sind robuste, skalierbare Lösungen sowie technische Dienstleistungen entlang der Projektentwicklung und des Anlagenbetriebs. Herausforderungen bestehen unter anderem in regulatorischen Verfahren, Finanzierungsfragen und der lokalen Umsetzung. Insgesamt bietet der sambische Markt im Bereich der dezentralen Stromversorgung ein wachsendes, anwendungsnahes Umfeld für deutsche Anbieter klimafreundlicher Energielösungen.