Ende Januar fand die Informationsveranstaltung „Photovoltaik für kommerzielle Netzeinspeisung bei Industrie und Gewerbe in Bangladesch und Pakistan“ in Berlin statt. Die Veranstaltung diente dazu, tiefergehende Einblicke in die beiden Länder und deren Anforderungen im Bereich Industrie und Gewerbe, hier speziell der Textilsektor, zu gewinnen, erste Kontakte zu Experten vor Ort und potenzielle Partnerschaften zu knüpfen.

Durch die Präsentationen von Referenten aus Pakistan und Bangladesch, dem Projektentwicklungsprogramm (PEP) sowie deutschen Unternehmen mit Erfahrungen in diesen Märkten, erhielten die Teilnehmer einen Überblick über die aktuelle Energiesituation in den Ländern. Sie erfuhren, wie entscheidend es für die lokale Regierung ist, die Entwicklung erneuerbarer Energien zu fördern und Anreize dafür zu schaffen. „Wir laden Sie ein, Chancen in Pakistan zu entdecken“, bewarb der Botschafter Pakistans, S.E. Jauhar Saleem, das große Potenzial des Landes für PV. Und auch Mohammad Alauddin, Unterstaatssekretär für erneuerbare Energien der Energieabteilung im bangladeschischen Ministerium für Energie und Bodenschätze (MPEMR), hob verschiedenste Anreize seines Landes für den Einsatz erneuerbarer Energie hervor.

Ein wichtiger Aspekt, der während der Informationsveranstaltung diskutiert wurde, war die Motivation der lokalen Industrien, die von Bekleidungs- und Textilfabriken dominiert werden, Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen und zur verstärkten Anwendung erneuerbarer Energien in ihre Lieferketten einzubringen. Die Präsenz internationaler Akteure in diesen Ländern ist immer noch gering und es besteht eine hohe Nachfrage nach Ingenieurslösungen und Finanzierungskapazitäten. Daher könnten deutsche KMU durch die Unterstützung des PEP, das eng mit den Bekleidungsfirmen und globalen Modemarken zusammenarbeitet um bankfähige Projekte zu entwickeln, große Vorteile erlangen. „Wir zählen auf Sie (deutsche KMU a.d.R.), Lösungen zu finden. Unsere Lieferanten sind bereit und wir werden Sie gerne unterstützen. Wir können Ihr Türöffner zu diesen Lieferanten sein“, erklärte bspw. Adrien Jouvinier von Decathlon. Der französische Hersteller und Händler von Sportgeräten und -bekleidung hat sich verpflichtet, bis 2026 100 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Dies erstreckt sich auf alle Einzelhandels- und Logistikstandorte von Decathlon auf der ganzen Welt.

Die teilnehmenden deutschen KMU zeigten sich erfreut, wie gut die lokalen Akteure mit Photovoltaik vertraut und bereit sind, diese einzusetzen. Die hohe Anzahl der Projekte, die realisiert oder entwickelt werden, überraschte und es war besonders interessant zu erfahren, dass viele Anreize durch die Regierung bereits vorhanden sind. Dies ist eine sehr wichtige Information, die durch ein solches Veranstaltungsformat näher gebracht werden kann und die Wahrnehmung der deutschen KMU gegenüber neuen und herausfordernden Märkten verändert.

Entdecken auch Sie Bangladesch und Pakistan mit dem Projektentwicklungsprogramm der Exportinitiative Energie.

Die Informationsveranstaltung diente insbesondere auch der Vorbereitung auf die beiden PEP-Geschäftsreisen:

  • Pakistan vom 30. März -3. April 2020 "Photovoltaik für kommerzielle Netzeinspeisung, Industrie und Gewerbe" nach Lahore (abgesagt) und
  • Bangladesch vom 07. - 10. September 2020 „Photovoltaik in Bangladesch“ nach Dhaka.

Die im Rahmen des Projektentwicklungsprogramm (PEP) stattfindenden Geschäftsreisen werden organisiert von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Bei Fragen zur Anmeldung wenden Sie sich bitte an pep@giz.de