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Referenzprojekt im Senegal ermöglicht klimafreundliche Stromversorgung für Landwirtschaftsbetrieb
Von der Projektentstehung bis zur feierlichen Eröffnung mit der Exportinitiative Energie
Einleitung
Am 16. Mai 2023 wurde im Senegal eine 603,52 kWp Freiflächen-Photovoltaikanlage feierlich eingeweiht. Das Projekt der GRIPS Energy GmbH ist ein Best Practice Beispiel für einen nachhaltigen Markteintritt mit BMWK-Unterstützung.
Luftaufnahme der Referenzanlage im RES-Projekt Senegal
In der Nähe von Saint-Louis im Norden Senegals produziert die Gesellschaft für Gemüseanbau, Société de Cultures Légumières S.A. (SCL), Zwiebeln, Mais, Bohnen, Kürbisse, Möhren und Chilischoten vor allem für den Export nach Europa. Die SCL legt großen Wert auf Nachhaltigkeit und ist gemäß ihrer Anbaumethoden, der Qualität ihrer Produkte sowie den Arbeitsbedingungen ihrer mehr als 5.400 Mitarbeitenden entsprechend zertifiziert. Seit Ende 2020 suchten sie verstärkt nach einer Lösung, um auch ihre Stromversorgung nachhaltiger, stabiler und günstiger zu gestalten. Speziell für die Wasserförderung zur Pflanzenbewässerung aus dem naheliegenden Diama-Damm am Fluss Senegal sowie für die Kühlung der Ernteerzeugnisse wollte SCL nun zum Großteil auf Selbstversorgung durch erneuerbare Energien setzen.
Ein zielmarktgerechtes Geschäftsmodell
Während einer German Training Week (GTW) im Rahmen des Projektentwicklungsprogramms (PEP) der Exportinitiative Energie konnte Kontakt zu dem Berliner Start-up GRIPS Energy GmbH hergestellt werden. Die GTW bot GRIPS die Möglichkeit, als Trainer teilzunehmen und sich so als kompetenter und vertrauenswürdiger Partner im Zielland zu positionieren. Ihr Angebot überzeugte SCL: Sie erworben über einen 15 Jahre laufenden Vertrag eine Photovoltaik (PV)-Anlage mit 603,52 kWp Nennleistung ohne teure Anfangsinvestition, denn für die Vorfinanzierung, Errichtung, Inbetriebnahme und Wartung der PV-Anlage ist GRIPS verantwortlich, während SCL sich weiterhin auf ihr Kerngeschäft konzentrieren kann - ein Geschäftsmodell das Gewerbekunden in Schwellenländern die Umstellung auf Erneuerbare-Energien-Lösungen zugänglich macht.
Auch im Anschluss an die erste Kontaktanbahnung und über den Vertragsabschluss hinaus stand das PEP-Team den Projektpartnern beratend zur Seite. So konnte auch der Kontakt zum lokalen Engineering-Procurement-Construction (EPC)-Unternehmen Solène ESE hergestellt werden, das Ende 2022 die Installation der Anlage zur Zufriedenheit von GRIPS und SCL übernahm. Außerdem empfahl das PEP-Team GRIPS eine Teilnahme am Renewable-Energy-Solutions (RES)-Programm der Exportinitiative Energie um mit Maßnahmen zur Informationsvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit einen nachhaltigen Markteintritt zu unterstützen und Folgeprojekte zu generieren.
Öffentlichkeitswirksame Vermarktung des deutschen Referenzprojekts
Im Rahmen des RES-Programms unterstützte die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) GRIPS bei der Vernetzung im westafrikanischen Markt und der Erstellung zielmarktgerechter Marketingmaterialien. Außerdem konnten durch die Programm-Teilnahme Schulungen organisiert werden, die den Wissenstransfer für die Wartung und den Betrieb der Anlage sicherstellten um einen langjährigen kundennahen Service vor Ort zu ermöglichen.
Feierliche Eröffnung der Referenzanlage am 16. Mai 2023
Nach sechs Monaten reibungslosen Betriebs wurde die Referenzanlage am 16. Mai 2023 zusammen mit dem deutschen Botschafter im Senegal, Herrn Siemon, sowie vielen hochrangigen Gästen aus Verbänden und dem senegalesischen Landwirtschaftssektor feierlich eingeweiht. Auch Vertreterinnen und Vertreter der dena und GIZ, als Durchführer der Exportinitiative Energie waren mit Grußworten bei der Einweihungsfeier vertreten. Lokale Institutionen und potenzielle neue Kunden informierten sich unter den Anwesenden über die Vorteile der Technologie und der Finanzierungslösung von GRIPS. Zweifelsohne sind ähnliche Geschäftsmodelle auch auf andere Sektoren des Senegals wie zum Beispiel die Industrie und das verarbeitende Gewerbe übertragbar.
Die Referenzanlage ist einerseits ein gutes Beispiel dafür, wie gewerbliche Kunden, die unter den Unregelmäßigkeiten des Stromnetzes leiden, diese Ausfälle kompensieren können. Andererseits zeigt das Projekt, wie die unterschiedlichen Programme der Exportinitiative Energie ineinandergreifen um die übergeordneten Ziele Außenwirtschaftsförderung, Entwicklungszusammenarbeit und globalen Klimaschutz zu fördern.
Mit dem RES-Programm unterstützt die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) deutsche Unternehmen der Erneuerbare-Energien sowie Energieeffizienz-Branche bei der Erschließung neuer Absatzmärkte. Im Rahmen des Programms errichten Unternehmen Referenzanlagen in einem Zielmarkt. Diese werden mit Unterstützung der dena öffentlichkeits- und werbewirksam vermarktet. Durch Informationsvermittlung sowie Schulungsaktivitäten wird die Nachhaltigkeit des Markteintritts gefördert und die Qualität klimafreundlicher Technologien aus Deutschland demonstriert.
Mit dem Projektentwicklungsprogramm (PEP) trägt die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) zur Entwicklungszusammenarbeit und der Förderung des weltweiten Klimaschtzes bei. Im Rahmen des PEP analysiert die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) den Energiebedarf von Unternehmen in Schwellen- und Entwicklungsländern und bereitet sie auf den Einsatz klimafreundlicher Technologien vor. Das PEP stellt Kontakte zu deutschen Anbietern her und bietet Trainings für lokale Projektentwickler und -entwicklerinnen zu technischen, kommerziellen und rechtlichen Aspekten der Projektentwicklung an.