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RES-Projekt: Energieeffiziente Eisproduktion aus Deutschland für die Fischerei in Tunesien
Einleitung
Fischerei stellt in Tunesien eine bedeutende soziale und wirtschaftliche Säule innerhalb des Landwirtschaftssektors dar. Fisch zählt aber auch zu den leichtverderblichen Nahrungsmitteln. Eine fehlende Kühlung führt hier zu enormen Ertragsverlusten. Eine hocheffiziente Eisproduktion aus Deutschland mit passender Kühlkette bietet nun im Hafen von Zarzis einen vielversprechenden Lösungsansatz.
Anlage der KTI-Plersch Kältetechnik GmbH am Standort Zarzis
Die KTI-Plersch Kältetechnik GmbH ist seit über 35 Jahren im Bereich energieeffizienter und nachhaltiger Kältetechnik aktiv und hat bereits über 4.000 seiner innovativen Kälteanlagen weltweit installiert. Die Referenzanlage im Hafen von Zarzis ermöglicht nun auch den Markteintritt in Tunesien.
Zarzis liegt 500 km südlich von der tunesischen Hauptstadt Tunis entfernt und ist ein wichtiges Handelszentrum im Süden des Landes. Ihr Hafen ist einer der bedeutendsten Fischereihäfen Tunesiens, bekannt für qualitativ hochwertige Fischereierzeugnisse. Eine zentrale Herausforderung in der Hafeninfrastruktur ist der Aufbau einer Kühlkette für die Lebensmittelkühlung. Täglich werden etwa 160 Tonnen Eis benötigt, aber eigene Produktionskapazitäten konnten bislang nur die Hälfte des Bedarfs decken. Weitere Herausforderungen bei der vorliegenden Eisproduktion sind die gestiegenen Preise für Strom und Wasser und veraltete Produktionsausrüstung.
Als Referenzanlage installierte KTI-Plersch im Hafen von Zarzis eine sogenannte „FLIP 10“ Scherbeneisanlage. Diese produziert zehn Tonnen Eis am Tag, das in einem manuellen Eislager eingelagert und an die lokalen Stakeholder der Fischereiindustrie verkauft wird. Das System wird tagsüber mit PV- und abends durch Netzstrom betrieben. Dieser Energiemix sorgt dafür, dass die Eisanlage einen 24h-Betrieb problemlos gewährleisten kann. Das natürliche Kältemittel Ammoniak sorgt für eine Energieeinsparung von bis zu 40 Prozent gegenüber herkömmlichen Eisproduktionsanlagen. Die Scherbeneisanlagen der KTI-Plersch werden in Deutschland gemäß den Anforderungen und Bedürfnissen des Kunden geplant, gebaut, getestet und schlüsselfertig ausgeliefert. Die Anlagen zeichnen sich zudem durch einen geringen Platzbedarf bei gleichzeitig hoher Kälteleistung aus.
Unterstützung durch die Exportinitiative Energie
Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) begleitete die KTI im Rahmen des RES-Programms der Exportinitiative Energie dabei, mittels vielfältiger Öffentlichkeitsarbeit die Vorteile ihrer innovativen Anlagentechnik in Tunesien bekannt zu machen. Dabei wurden hochwertige technologiespezifische und zielmarktgerechte Marketingmaterialien erstellt, Vernetzungsmaßnahmen unterstützt, Marktstudien durchgeführt sowie eine umfangreiche Pressearbeit und eine neue Webseite geplant. Das RES-Programm förderte darüber hinaus die Organisation von Schulungen zur Sicherung des Wissenstransfers über Wartung und Betrieb der innovativen Anlagentechnik.
Am 04.07.2024 wurde am Hafen von Zarzis die energieeffiziente Scherbeneisanlage offiziell in Betrieb genommen. An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter des Ministeriums für Landwirtschaft, der AHK, der GIZ, der dena, der Gouverneur der Stadt Mednine sowie verschiedene Stakeholder der lokalen Wirtschaft teil. KTI-Plersch verhandelt gegenwärtig schon einen großen Folgeauftrag am Hafen von Teboulba, ebenfalls zur Eisherstellung, und sucht hierbei noch nach Lösungen für eine nachhaltige Verteilung des Eises zu den Endkunden.
Mit dem RES-Programm unterstützt die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) insbesondere kleine und mittelständische deutsche Unternehmen der Erneuerbare-Energien sowie Energieeffizienz-Branche mit innovativen Lösungen bei der Erschließung neuer Absatzmärkte. Im Rahmen des Programms werden Referenzanlagen in einem Zielmarkt errichtet und mit Unterstützung der Deutschen Energie-Agentur GmbH öffentlichkeits- und werbewirksam vermarktet. Durch Informationsvermittlung sowie Schulungsaktivitäten soll die Nachhaltigkeit des Markteintritts gefördert und die Qualität klimafreundlicher Technologien aus Deutschland demonstriert werden.