Bart Robijn, Sales Manager International von QUNDIS

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War QUNDIS von Anfang an international ausgerichtet?

Deutschland ist natürlich als einheimischer Markt unser größter Absatzmarkt, aber QUNDIS hat großen internationalen Fokus. Unser Ziel ist es, diesen Anteil weiter auszubauen und in den internationalen Märkten zu wachsen.

In welchen Regionen ist QUNDIS derzeit aktiv und wohin soll es noch gehen?

In Europa sind wir bereits stark vertreten – von Skandinavien über Mitteleuropa bis hin zu Südeuropa. Unser Engagement in der Ukraine und in Russland mussten wir aufgrund des Krieges einstellen.

Darüber hinaus haben wir erste Kontakte in Ländern des Nahen- und Mittleren Ostens und streben dort weiteres Wachstum an.

Unser Ziel ist es, langfristig in ganz Europa, aus meiner Perspektive vor allem in Nordeuropa, und zukünftig auch in weiteren Weltregionen präsent zu sein. Die Exportinitiative Energie ist dabei eine große Unterstützung.

Sie waren im vergangenen Jahr Teil einer Geschäftsreise der Exportinitiative Energie nach Finnland. Wie kam es dazu?

Wir wurden im Vorfeld von der Exportinitiative kontaktiert und über die Möglichkeit informiert, im Rahmen einer Geschäftsreise den finnischen Markt zu erschließen. Das Angebot haben wir geprüft – und dann zugesagt. Die Reise wurde von der Exportinitiative und der AHK Finnland hervorragend organisiert. Es wurden lokale Kontakte aufgebaut, wir wurden mit potenziellen Geschäftspartnern zusammengebracht und bekamen die kulturellen Besonderheiten vermittelt. Ohne diese Unterstützung wäre der Markteintritt in Finnland deutlich schwieriger gewesen.

Wie ist die Reise konkret abgelaufen und welche geschäftlichen Entwicklungen haben sich daraus ergeben?

Es gab eine gemeinsame Auftaktveranstaltung, bei der wir QUNDIS und unsere Lösungen präsentieren konnten. Anschließend fanden individuelle B2B-Gespräche statt. Ich selbst hatte fünf Gespräche. Daraus hat sich ein direkter Geschäftsabschluss ergeben: Wir konnten bereits erste Geräte in einer Anlage in der Nähe von Helsinki installieren. Ziel ist es, für diesen Kunden auch weitere Anlagen auszustatten. Dieses stufenweise Vorgehen – mit einem kleineren Projekt zu starten und die Zusammenarbeit gemeinsam mit dem Kunden dann auszubauen – hat sich bewährt. So können wir den Kunden bestmöglich begleiten und die Umsetzung im realen Betrieb prüfen sowie bei Bedarf schnell nachjustieren.
Ich war seitdem auch noch dreimal in Helsinki. Zwei weitere gute Kontakte sind in der Entwicklung, da könnte sich nächstes Jahr ein Geschäftsabschluss ergeben. Aus Vertriebssicht ist es jedoch wichtig, hier nicht zu sehr zu drängen, sondern Geduld zu haben und die Kundenbeziehung langfristig zu pflegen.

Welche Rolle spielt dabei die Exportinitiative Energie?

Eine sehr große. Die Begleitung durch die Exportinitiative hat die Erweiterung auf dem finnischen Markt spürbar erleichtert und beschleunigt.
Durch die Geschäftsreise haben wir nicht nur Geschäftskontakte knüpfen können, sondern haben auch Einblicke in den Markt und die kulturellen Eigenheiten vor Ort erhalten. Vor unserer Reise nach Finnland hatten wir eine Schulung zur finnischen Geschäftskultur – und die war sehr hilfreich. Diese kulturellen Unterschiede zu kennen, hilft enorm, um sich richtig auf Gespräche vorzubereiten, Erwartungen einzuordnen und Vertrauen aufzubauen. Im internationalen Vertrieb ist das Wissen über Mentalitäten und kulturelle Gepflogenheiten fast genauso wichtig wie das Produkt selbst.

Welche konkreten Herausforderungen sehen Sie im finnischen Markt?

Der Markt für Heizkostenverteiler und Wärmezähler ist noch weniger entwickelt als in Deutschland – das liegt daran, dass in vielen Gebäuden der Wärmeverbrauch pauschal abgerechnet wird. Anders sieht es beim Wasserverbrauch aus: Dort bestehen bereits gesetzliche Vorgaben zur Messung – das bietet uns große Chancen.

Wie sieht die weitere Planung für Finnland und andere Märkte aus?

In Finnland möchten wir das Geschäft sukzessive weiter ausbauen. Gemeinsam mit der AHK Finnland ziehen wir eine QUNDIS Roadshow in Skandinavien in Betracht.

Generell sind wir sehr interessiert an weiteren Formaten der Exportinitiative Energie, um uns hier zu unterstützen.

Würden Sie anderen Unternehmen die Teilnahme an einem Programm der Exportinitiative Energie empfehlen?

Auf jeden Fall! Die Angebote bieten einen professionellen Einstieg in neue Märkte, sparen Zeit und bieten wertvolle lokale Kontakte. Wer international wachsen will, sollte sich das unbedingt ansehen.