Informationaveranstaltung Ukraine:

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Die von der eclareon GmbH durchgeführte Veranstaltung vom 4. November 2025 bot einen praxisnahen Überblick über aktuelle Rahmenbedingungen, Marktchancen und Investitionsmöglichkeiten im ukrainischen Energiesektor. Vor dem Hintergrund des Wiederaufbaus wurde gezeigt, wie dezentrale Lösungen, etwa Photovoltaik, Windenergie, Bioenergie und Speichertechnologien, die Versorgungssicherheit und die Widerstandsfähigkeit des Systems stärken können.

Rechtliche Verbesserungen und neue Fördermöglichkeiten

Mehr als die Hälfte der ukrainischen Stromerzeugungskapazität wurde durch russische Angriffe zerstört. Deshalb erläuterte Andrii Chubyk (AHK Ukraine) die aktuellen Bedingungen für dezentrale Energieprojekte. Erste gesetzliche Anpassungen wirken sich positiv aus. Dazu gehören vereinfachte Genehmigungen, eine leichtere Netzanbindung erneuerbarer Anlagen sowie der Wegfall von Zöllen und Einfuhrumsatzsteuer bis Ende 2026. Privathaushalte und Unternehmen profitieren zudem von finanziellen Unterstützungsmaßnahmen, die die Ukraine gemeinsam mit internationalen Partnern bereitstellt.

Hohe Potenziale für erneuerbare Energien

Dr. Iryna Doronina zeigte, dass das Potenzial erneuerbarer Energien in der Ukraine sehr groß ist. In vielen Regionen könnten PV- und Windenergie die zerstörten Kapazitäten ersetzen oder sogar übertreffen. Sie betonte: „Was man baut, ist nicht weniger wichtig, als wo man baut." In ihren Forschungsprojekten hat sie eine umfassende Datenbank zum Zustand der Energieanlagen erstellt und analysiert, welche Technologien in welchen Regionen das größte Potenzial bieten.

Geschäftsmodelle und Investitionssicherheit für deutsche Unternehmen

Wie deutsche Unternehmen aus diesen Rahmenbedingungen tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln können, erklärten Matthias Koster (PwC) und Vasyl Doronin (Smart Estate Life SE & TeslaEnergo). Vasyl Doronin zeigte anhand von Praxisbeispielen, wann Investitionen in ukrainische Energieprojekte rentabel sind und welche Risiken bestehen. Er betonte jedoch, dass bestehende Hürden keine grundlegenden Hindernisse für wirtschaftliche Aktivitäten vor Ort darstellen. Unterstützung bietet der Bund durch Investitionsgarantien, die Auslandsinvestitionen gegen politische Risiken absichern. Matthias Koster erklärte, dass für die Ukraine derzeit Sonderkonditionen gelten: Die Bearbeitungsgebühr entfällt, und das Garantieentgelt bleibt unverändert. Die Nachfrage nach solchen Garantien ist entsprechend hoch. Die Ukraine war zuletzt das Land mit den meisten genehmigten Anträgen – viele davon im Energiesektor.

Zum Abschluss berichteten Khrystyna Kasyanova (RODINA Energy Group) und Xenia Rebsam (Off-Grid Europe GmbH) aus der Praxis. Trotz des andauernden Kriegs sind ihre Unternehmen vor Ort aktiv. Gemeinsam mit Enerparc AG errichtete Rodina ein Solarkraftwerk auf dem Gelände des ehemaligen Atomkraftwerks Tschernobyl. Off-Grid Europe passte seine Erfahrungen aus der Elektrifizierung in Regionen mit instabilen Netzen in Subsahara-Afrika auf die Ukraine an und versorgte zwei Krankenhäuser mit einer integrierten Off-Grid-Lösung. Beide Unternehmerinnen blicken trotz der schwierigen Lage optimistisch nach vorn. „Wo Risiken sind, gibt es immer Möglichkeiten. So funktioniert Business", sagte Khrystyna Kasyanova.

Ausblick: Energie-Geschäftsreise in die Ukraine 2026

Die Veranstaltung diente zugleich als Vorbereitung auf eine Energie-Geschäftsreise in die Ukraine, die im zweiten Quartal 2026 stattfinden wird. Deutsche Unternehmen erhalten dort die Gelegenheit, ihre Technologien und Dienstleistungen im Bereich dezentraler Energieversorgung einem Fachpublikum in der Ukraine vorzustellen und potenzielle Kooperationen anzubahnen.