Gruppenfoto bei der Einweihungsfeier der Referenzanalge von Fenecon

© dena - Deutsche Energie-Agentur

Die Energiewende schafft Marktpotenziale für Batteriespeicher

In Litauen demonstrierte jüngst die FENECON GmbH im Rahmen des Renewable-Energy-Solutions-Programms die Potenziale deutscher Stromspeichertechnologie. Die zunehmende sektorübergreifende Elektrifizierung, die Dezentralisierung der Stromerzeugung und der wachsende Anteil erneuerbarer Energien stellen Netze vor große Herausforderungen. Der Übergang zu einem nachhaltigen Stromsystem erfordert Technologien, die zeitliche Unterschiede zwischen Versorgung und Nachfrage überbrücken.

Batteriespeicher sind daher für das Gelingen der Energiewende unverzichtbar. Sie erhöhen die Versorgungssicherheit und damit die Energieunabhängigkeit, optimieren den Eigenverbrauch erneuerbarer Energien und ermöglichen eine gewinnbringende Stromvermarktung. In Kombination mit smarten Energiemanagementsystemen (EMS) unterstützen Speicher die Integration von Ladeinfrastruktur für die E-Mobilität, die Einführung dynamischer Stromtarife und die intelligente Sektorenkopplung. Damit werden Batteriespeicher für Haushalte, Gewerbe und Industrie zunehmend unverzichtbar.

Energiesicherheit im Baltikum

Diese Bedeutung zeigt sich auch in Litauen, wo der geopolitische Kontext eine besondere Rolle spielt. Seit dem EU-Beitritt 2004 strebten Estland, Lettland und Litauen die Abkopplung vom russisch kontrollierten BRELL-Netz und die Synchronisierung mit dem europäischen Verbundsystem an. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 wuchs die Dringlichkeit erheblich.

Am 9. Februar 2025 gelang den baltischen Staaten die Synchronisierung mit dem europäischen Netz. Diese geht mit einem Infrastrukturausbau unterstützt durch europäische Gelder einher: u.a. die Errichtung von Verbindungsleitungen mit Finnland, Polen und Schweden, die Modernisierung von Umspannwerken und die Entwicklung von vier groß angelegten Batteriespeichersystemen mit einer Gesamtkapazität von 200 MW. Darüber hinaus hat sich Litauen weitere ambitionierte Ziele für die Errichtung von Energiespeicherkapazitäten (1,7 GW / 4 GWh) bis 2028 gesetzt, um die Flexibilität und Zuverlässigkeit seines Stromsystems weiter zu optimieren.

Lokale Perspektiven und Vorteile

Die litauische Perspektive auf Batteriespeicher betont Akvilė Eglinskaitė vom Research Council of Lithuania: Das litauische Energiesystem steht vor mehreren Herausforderungen: die Volatilität von Solar- und Windenergie, die Netzstabilisierung, Abhängigkeit von Importen, alternde Infrastruktur, starke Preisschwankungen und der Bedarf an schnellen Reservekapazitäten. Batteriespeicher helfen, all diese Probleme zu lösen. Die Vorteile sehen wir bereits in den ersten großen Batterieparks bei Šiauliai und Alytus, die das Netz stabilisieren und den Bedarf an teurer Reserveenergie reduzieren.

Sie unterstreicht die direkten Vorteile für Unternehmen und Bürger:
Unternehmen mit Solaranlagen können so mehr ihres selbst erzeugten Grünstroms nutzen und Kosten sparen, während die Bevölkerung von stabileren Preisen und weniger Unterbrechungen profitiert.

Energiesicherheit und Qualität Made in Germany

Mit Blick auf diesen wachsenden Speichermarkt wurde die FENECON GmbH für das RES-Programm der Exportinitiative Energie ausgewählt. Der bayerische Speicherspezialist trägt mit in Deutschland entwickelten und produzierten EMS zur Energiesicherheit bei und gewährleistet höchste Standards in Energie- und Datensicherheit.

Darüber hinaus profitiert FENECON von der Partnerschaft mit der litauischen High-Tech-Unternehmensgruppe Elinta, UAB. Das Unternehmen ist ein Anbieter von Lösungen in den Bereichen industrielle Automatisierung, Elektronik und smarte Systeme. Elinta agiert als Installations- und Servicepartner von FENECON und installierte an seinem Produktionsstandort in Kaunas für den Markteintritt des deutschen Unternehmens in Litauen die erste Referenzanlage: ein Speichersystem mit 20 kW Leistung und 28 kWh Kapazität.

Die im Sommer 2025 in Betrieb genommene Anlage von FENECON erhöht zusammen mit einer bereits bestehenden PV-Anlage die Energieunabhängigkeit von Elinta. Sie dient als Notstromversorgung, unterstützt Netzdienstleistungen und optimiert das Laden von Elektrofahrzeugen in Kombination mit den Ladestationen von Elinta Charge, die als Teil der Unternehmensgruppe Elinta auf Elektromobilitätslösungen wie Ladeinfrastruktur spezialisiert ist. 

Symbolische Geste des Stromanschließens bei der Einweihungsfeier der Referenzanalge von Fenecon

© dena - Deutsche Energie-Agentur

Am 25.09.2025 wurde diese Referenzanlage in einer hochrangigen Einweihungszeremonie feierlich in Betrieb genommen. Unter Teilnahme der deutschen Botschaft, der deutschbaltischen AHK, der dena und von FENECON konnten sich lokale potenzielle Kunden und Stakeholder von der Produktqualität überzeugen.

Der Verkauf weiterer Speicher ist in der Verhandlung. Weitere Referenzanlagen sollen im 4. Quartal 2025 sowie im Jahr 2026 installiert und in Betrieb genommen werden, kündigt FENECON an. Auch die Zusammenarbeit mit Elinta wird vertieft: Die Schulung des lokalen Partners zum Betrieb und zur Wartung der Systeme fand im Anschluss an der Einweihung statt, um den Markteintritt nachhaltig zu gestalten. So können Folgeaufträge direkt von Elinta abgewickelt werden.

Mit dem RES-Programm unterstützt die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) deutsche Unternehmen der Erneuerbare-Energien- sowie Energieeffizienz-Branche mit innovativen Lösungen bei der Erschließung neuer Absatzmärkte. Im Rahmen des Programms werden Referenzanlagen in einem Zielmarkt errichtet und mit Unterstützung der Deutschen Energie-Agentur GmbH öffentlich und werbewirksam vermarktet. Durch Informationsvermittlung sowie Schulungsaktivitäten soll die Nachhaltigkeit des Markteintritts gefördert und die Qualität klimafreundlicher Technologien aus Deutschland demonstriert werden.