Eine Gruppe Menschen fährt auf E-Bikes, im Hintergrund ein Festgelände mit Luftballons

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Mobilität ist ein elementarer Faktor für die Lebensqualität und den Wohlstand von Gesellschaften. E-Bikes können dabei eine wichtige Rolle einnehmen, da sie als niederschwelliges Angebot von Personengruppen genutzt werden können, die über keine großen finanziellen Ressourcen oder auch nicht über einen Führerschein für motorisierte Kraftfahrzeuge verfügen.

Gerade in ländlichen Gebieten Afrikas können Menschen sowohl in ihrem Alltag als auch in ihrem Kleingewerbe umfassend von der E-Bike-Technologie profitieren, etwa zum Transport ihrer landwirtschaftlichen Produkte. Hinzu kommt, dass besonders Frauen die klassischen Mobilitätsoptionen wie Autos und Motorräder aus unterschiedlichen Gründen oft nicht nutzen können oder dürfen. Uganda hat das Thema E-Mobilität in eine nationale Strategie eingebracht. E-Bikes können bei der E-Mobility-Strategie eine wichtige Position einnehmen.

E-Bikes für anspruchsvolles Gelände und emissionsfreie Mobilität

In der pulsierenden Hauptstadt Kampala dominieren Motorradtaxis (Boda-Bodas), Kleinbusse und PKWs das Straßenbild. Verkehrslärm, CO2-Emissionen und volle Straßen belasten die Stadt und ihre Einwohnerinnen täglich. In der Zukunft soll Mobilität allerdings anders erfolgen: In der Nationalen Mobilitätsstrategie hat die Regierung Ugandas das ambitionierte Ziel definiert, den öffentlichen Personenverkehr inkl. der Boda-Boda Taxis bis 2030 zu elektrifizieren. Dies kann fossile Emissionen und Lärm stark reduzieren. Aufgrund des stetig zunehmenden Anteils größerer Fahrzeuge droht das Platzproblem jedoch weiterhin zu bestehen, insbesondere bei weiterhin wachsender Bevölkerung. Hier können Fahrräder eine Option darstellen, vor allem, wenn diese elektrische Unterstützung beim Antrieb bieten und somit die Bewältigung längerer Strecken mit Beladung erleichtern.

Die Elektrofahrräder von AfricroozE sind hier eine innovative und nachhaltige Lösung, da klassische individuelle Mobilitätsoptionen, wie Autos und Motorräder, für viele Menschen, insbesondere für Frauen, finanziell nicht tragbar sind. Speziell Frauen sind häufig prekär beschäftigt und im unteren Einkommensbereich tätig. E-Bikes können sie ermächtigen, ihren Alltag mit dieser Mobilitätsoption besser zu bewältigen. AfricroozE setzt einen besonderen Fokus auf diese Bevölkerungsgruppe.

E-Bikes können Mobilitätslücken von verschiedenen Menschen schließen. Personen, die im landwirtschaftlichen Bereich arbeiten, erhalten die Möglichkeit ihre Waren mit den E-Bikes auszuliefern und können somit ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten erweitern und sich unabhängiger von Händlern oder Transportunternehmen machen.

Markteintritt und erster Solar-Hub in Uganda

Der deutsche E-Bike-Hersteller AfricroozE hat den Markteintritt in Uganda strategisch angesetzt und mit der Gründung einer Tochterfirma in der Stadt Jinja am Viktoriasee den langfristigen Fokus auf das Land gesetzt. Zusammen mit dem Solar-Systemintegrator Asantys Systems wurde nun der erste Solar-Hub auf dem Firmengelände installiert und in Betrieb genommen. In diesem können bis zu 14 Batterien geladen werden sowie der Betrieb von Elektrowerkzeugen und Laptops ausgeführt werden.

Festgelände: kleine Zelte auf einer grünen Wiese

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Zur feierlichen Eröffnung kamen ca. 100 Gäste aus Wirtschaft, lokaler Stadtverwaltung und nationaler Politik, sowie einiger NGOs, um der Inbetriebnahme des Solar-Hubs beizuwohnen und erste Erfahrungen mit den E-Bikes zu sammeln.

Diese Notwendigkeit von E-Mobilität wurde  von Thatcher M. Nakimuli, der leitenden Programmbeauftragten für Mobilität im Generalsekretariat für Wissenschaft, Technologie und Innovationen der Republik Uganda in ihrer Rede betont: „Mit Solarenergie betriebene E-Bikes sind ein wichtiger Schritt zur Verwirklichung der Vision der E-Mobilitätsstrategie der Republik Uganda. AfricroozE fördert Unternehmen und verändert das alltägliche Leben, insbesondere für Frauen und Jugendliche in nicht-städtischen Gemeinden. Wir sind stolz darauf, AfricroozE und Asantys Systems als wichtige Akteure im E-Mobilitäts-Ökosystem Ugandas zu haben.“

Mit der Inbetriebnahme des ersten Solar-Hubs für E-Bikes von AfricroozE hat das Konsortium den Grundstein für eine weitere positive Entwicklung in Uganda gelegt. 

Mit dem RES-Programm unterstützt die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) deutsche Unternehmen der Erneuerbare-Energien- sowie Energieeffizienz-Branche mit innovativen Lösungen bei der Erschließung neuer Absatzmärkte. Im Rahmen des Programms werden Referenzanlagen in einem Zielmarkt errichtet und mit Unterstützung der Deutschen Energie-Agentur GmbH öffentlich und werbewirksam vermarktet. Durch Informationsvermittlung sowie Schulungsaktivitäten soll die Nachhaltigkeit des Markteintritts gefördert und die Qualität klimafreundlicher Technologien aus Deutschland demonstriert werden.