Titelbild einer asiatischen Stadt mit dem weißen Schriftzug Marktblick Kompakt: Asien

© Geschäftsstelle der Exportinitiative Energie

Asien gehört zu den dynamischsten Regionen weltweit, wenn es um den Ausbau erneuerbarer Energien geht. Wachsende Volkswirtschaften, ehrgeizige Klimaziele und umfangreiche Förderprogramme treiben den Umbau der Energiesysteme voran. Für deutsche Unternehmen entstehen dadurch vielfältige Ansatzpunkte – von Bioenergie über Energieeffizienz bis hin zu grünem Wasserstoff.

Drei Fragen an Andreas Zötl, Regionalmanager Südost- & Ostasien & Pazifik, und Meisara-Salem Azzab, Regionalmanager MENA, Zentral- und Südasien

Warum ist der Markt aktuell spannend für deutsche Unternehmen?

In vielen asiatischen Ländern wächst der Energiebedarf deutlich schneller als das Angebot. Indien ist dafür ein gutes Beispiel: Dort soll die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen bis 2030 auf 500 Gigawatt steigen – mehr als eine Verdopplung gegenüber 2024. Staatliche Programme wie Waste to Energy und Biomass, ergänzt durch zinsgünstige Kredite, fördern gezielt Investitionen in Bioenergie. Gleichzeitig entwickelt sich das Land zu einem wichtigen Standort für grünen Wasserstoff: Die National Hydrogen Mission strebt bis 2030 eine Produktionskapazität von fünf Millionen Tonnen an. Deutschland und Indien arbeiten hierbei eng zusammen, um entlang der gesamten Wertschöpfungskette gemeinsame Standards zu etablieren und technologische Kooperationen auszubauen. Beflügelt wird diese Dynamik nicht zuletzt durch das jüngst beschlossene Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien. Auch der Besuch des Kanzlers in Indien und die öffentlichkeitswirksam beschlossene intensivierte Partnerschaft mit Indien und der gemeinschaftlichen Betätigung in Zukunftsfeldern wie erneuerbaren Energien und grünem Wasserstoff dürften richtungsweisend sein.

Auch in den ostasiatischen Märkten Südkorea, Japan und Taiwan schreitet die Energiewende zügig voran. Alle drei Länder verfolgen ambitionierte Dekarbonisierungsstrategien und schaffen attraktive Rahmenbedingungen für internationale Anbieter. Ähnliches beobachten wir in Südostasien: Die Kombination aus wirtschaftlicher Entwicklung, steigender Stromnachfrage und nationalen Klimaplänen führt dazu, dass viele Staaten ihre Infrastrukturen modernisieren.

Warum ist jetzt ein guter Zeitpunkt für den Markteintritt?

Viele Regierungen stehen aktuell an entscheidenden Wegmarken ihrer Energiewenden und richten langfristige Programme aus. Wer jetzt einsteigt, kann sich frühzeitig an laufenden Ausschreibungen, Pilotprojekten und Partnerschaften beteiligen. Besonders in Indien und Südostasien ist die Nachfrage nach internationaler Technologieberatung sehr hoch, weil dort neue Kapazitäten aufgebaut werden und Strukturen noch im Entstehen sind.

Zudem investieren zahlreiche Länder parallel in Netze, Speicher und Systemsteuerung, um höhere Anteile erneuerbarer Energien integrieren zu können. Diese Phase ist für deutsche Unternehmen günstig, da viele Projekte noch offen sind und Qualitätsstandards gesetzt werden. Unternehmen können sich damit früh positionieren – technisch, aber auch organisatorisch über Kooperationen, Lieferketten oder Schulungsangebote.

Welche Technologien oder Lösungen sind besonders gefragt?

In Südkorea stehen Speicher- und Effizienzlösungen im Fokus, insbesondere Advanced Metering Infrastructure (AMI), Energy Management Systems (EMS) und Batteriespeicher (BESS). In Vietnam wächst das Interesse an Bioenergie, insbesondere in Kombination mit Kraft-Wärme-Kopplung. Indonesien forciert den Ausbau der Geothermie, während Malaysia den Aufbau von Wasserstoffkapazitäten besonders in Sarawak und Sabah fokussiert.

So unterstützt Sie die Exportinitiative Energie beim Markteintritt in Asien

Nehmen Sie in der zweiten Jahreshälfte 2026 noch an einer der vielen Geschäftsreisen der Exportinitiative Energie nach Asien teil, um direkten Zugang zu Entscheidungsträgern, Investitionsprojekten und Förderprogrammen zu erhalten. Die Reisen bieten die Chance, strategische Partnerschaften aufzubauen und neue Märkte sowie konkrete Geschäftsbeziehungen zu erschließen. Im Rahmen der Projekterkundungsreise nach Indonesien wird die anschließende Konsortialbildung angestrebt, um deutscher Unternehmen zu unterstützen, identifizierte Vorhaben gemeinsam weiterzuentwickeln und umzusetzen.