Luftaufnahme von Rio de Janeiro mit der Christus Statue

© Geschäftsstelle der Exportinitiative Energie

Die Region steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Ein wachsender Energiebedarf, die Modernisierung veralteter Infrastrukturen und der Wunsch nach resilienten Lieferketten führen dazu, dass viele Länder umfangreiche Investitionsprogramme anstoßen. Gleichzeitig steigt die Offenheit für internationale Kooperationen, sei es durch das EU-Mercosur-Abkommen, durch nationale Entwicklungspläne oder durch eine zunehmende wirtschaftliche Diversifizierung. Für deutsche Unternehmen ergeben sich dadurch erheblich verbesserte Marktchancen, insbesondere in den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energien und industrielle Modernisierung.

Drei Fragen an Maria Sasse, Regionalmanagerin Lateinamerika

Warum ist der lateinamerikanische Markt aktuell spannend für deutsche Unternehmen?

Lateinamerika gewinnt wirtschaftlich und geopolitisch an Bedeutung, nicht zuletzt, weil Unternehmen weltweit ihre Lieferketten neu ausrichten und nach alternativen Märkten suchen. Die Region bietet große Potenziale, da viele Länder industriell wachsen, Standortverlagerungen (Nearshoring) fördern und internationale Partnerschaften aktiv unterstützen. Gleichzeitig treibt der steigende Energiebedarf, ausgelöst durch Digitalisierung, KI und wirtschaftliche Expansion, Investitionen in moderne Energieinfrastruktur, erneuerbare Energien und Effizienztechnologien voran. Das EU-Mercosur-Abkommen könnte zusätzlich neue Marktchancen eröffnen, indem es den Handel erleichtert und langfristige wirtschaftliche Kooperationen stärkt.

Warum ist jetzt ein guter Zeitpunkt für den Markteintritt?

Viele Staaten in Lateinamerika befinden sich in einer Phase intensiver Investitionstätigkeit, besonders bei Energieinfrastruktur, Industrieprojekten und strategischen Sektoren. Programme wie Mexikos „Plan México“, mit dem sich das Land gezielt als neues industrielles Drehkreuz Nordamerikas positioniert, umfangreiche staatliche Investitionspakete in Peru oder Reformimpulse in Argentinien setzen starke Signale für internationale Partner. Brasilien entwickelt sich dabei zur zentralen Drehscheibe für nachhaltige Energie- und Industrieprojekte und bietet mit seinem großen Potenzial für Biogas, Biomethan und erneuerbare Energien attraktive Anknüpfungspunkte für Technologieexporte und Know-how-Transfer. Chile und Kolumbien verfügen über dynamische Start-up-Ökosysteme und zeigen hohe Offenheit für internationalen Technologietransfer, insbesondere im Energie- und Industriesektor. Uruguay überzeugt mit politischer Stabilität, konsequenter Digitalisierung und fortschrittlicher Energiepolitik.

Wer jetzt einsteigt, kann von wachsenden Marktanteilen, günstigen regulatorischen Entwicklungen und frühen Partnerschaften profitieren. Zudem steigt in zahlreichen Ländern der Bedarf nach sofort einsetzbaren Technologien und Know-how, was für deutsche Unternehmen mit Erfahrung in Energietechnik, Effizienz und Industrieautomatisierung interessant ist.

Welche Technologien oder Lösungen sind besonders gefragt?

Im Vordergrund stehen moderne Stromnetze, Speichertechnologien, erneuerbare Energien sowie Lösungen zur Energieeffizienz und industriellen Modernisierung. Relevant sind vor allem Technologien für Industriecluster in Mexiko, grüne Transformation und Biogas/Biomethan in Brasilien, energieeffiziente Maschinen und Anlagen in Peru sowie digitale und dezentrale Energielösungen in den innovationsorientierten Märkten Chiles und Kolumbiens. Auch Zentralamerika zeigt zunehmende Nachfrage nach effizienten, dezentralen und kostengünstigen Energiesystemen.

So unterstützt Sie die Exportinitiative Energie beim Markteintritt in Lateinamerika

2026 sind zehn Energie-Geschäftsreisen in die Region geplant. Diese Reisen eröffnen deutschen Unternehmen direkten Zugang zu Entscheidungsträgern, Projekten und Partnern vor Ort und unterstützen sie dabei, den Markteintritt erfolgreich vorzubereiten.