Anlage für solarthermische Prozesswärme

© SOLITERM GROUP

Rumänien will den Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch bis 2030 auf 38,3 Prozent erhöhen und bis 2050 Klimaneutralität erreichen. Für die Industrie bedeutet das, dass neben dem Stromverbrauch auch die Wärmeversorgung von Produktionsprozessen stärker in den Blick rückt.

Gerade hier setzt die SOLITERM GROUP GmbH aus Aachen an. Das Unternehmen hat beim Haushaltsgerätehersteller Beko Romania am Standort Ulmi ein solarthermisches System installiert. Es liefert Wärme für den Produktionsstandort und ergänzt damit die bestehende Energieversorgung des Werks.

Die Anlage erzeugt rund 602 MWh thermische Energie pro Jahr und ermöglicht nach Angaben des Unternehmens Einsparungen von rund 158 Tonnen CO₂ jährlich. Entscheidend für die Übertragbarkeit auf andere Industrieunternehmen ist weniger die einzelne technische Ausführung als das Temperaturniveau: Solarthermische Systeme dieser Art können Wärme für industrielle Wasch-, Reinigungs-, Vorwärm- und Trocknungsprozesse sowie weitere Produktionsschritte bereitstellen.

Damit kommen in Rumänien nicht nur Hersteller von Haushaltsgeräten als Anwender infrage. Vergleichbare Wärmebedarfe bestehen unter anderem in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, der Papier-, Chemie-, Pharma-, Textil- und Automobilindustrie.

Von der Referenzanlage zu weiteren Anwendungen

Für SOLITERM dient die Anlage bei Beko deshalb auch als Referenz für die weitere Geschäftsentwicklung in Rumänien. Interessierte Industrieunternehmen können die Technologie nicht nur anhand technischer Daten bewerten, sondern anhand einer realisierten Anwendung im eigenen Markt.

Vortrag zur Anlage für solarthermische Prozesswärme von SOLITERM

© Vali Tache

Am 24. September 2026 stellte SOLITERM das Projekt bei einem Technology Launch in Bukarest vor. Rund 30 Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Energiewirtschaft, Politik und Fachöffentlichkeit nahmen teil. Diskutiert wurden neben dem Referenzprojekt konkrete Einsatzmöglichkeiten für solarthermische Wärme- und Kältelösungen in Rumänien sowie die marktseitigen und regulatorischen Rahmenbedingungen.

Mit dem RES-Programm unterstützt die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) deutsche Unternehmen der Erneuerbare-Energien- sowie Energieeffizienz-Branche bei der Erschließung neuer Absatzmärkte. Im Rahmen des Programms werden Referenzanlagen in einem Zielmarkt errichtet und mit Unterstützung der Deutschen Energie-Agentur (dena) öffentlichkeits- und werbewirksam vermarktet. Durch Informationsvermittlung sowie Schulungsaktivitäten wird die Nachhaltigkeit des Markteintritts gefördert und die Qualität klimafreundlicher Technologien aus Deutschland demonstriert.