Vortrag bei Eröffnungsfeier

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Taiwans Energiebedarf wächst. Insbesondere die Halbleiter- und Elektronikindustrie sowie der Ausbau von Rechenzentren erhöhen die Nachfrage nach Strom. Gleichzeitig verfolgt Taiwan das Ziel, seine Energieversorgung stärker zu diversifizieren und den Anteil erneuerbarer Energien auszubauen. Bis 2030 soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung auf 30 Prozent steigen. 

Neben Solar- und Windenergie gewinnt dabei die Geothermie an Bedeutung. Aufgrund seiner geologischen Voraussetzungen verfügt Taiwan über Potenziale zur Nutzung von Erdwärme. Ein wesentlicher Vorteil: Geothermische Energie steht unabhängig von Tageszeit und Wetterbedingungen zur Verfügung und kann damit zu einer verlässlichen Stromversorgung beitragen. Taiwan strebt bis 2030 eine installierte geothermische Leistung von 200 Megawatt an.

Darüber hinaus bietet die energieintensive Industrie des Landes erhebliche Möglichkeiten, vorhandene Energie effizienter zu nutzen. Gerade in industriellen Produktionsprozessen entsteht Wärme, die bislang häufig ungenutzt bleibt. Ihre Nutzung zur Stromerzeugung kann Unternehmen dabei unterstützen, die Energieeffizienz zu steigern und CO₂-Emissionen zu senken.

Strom aus Erdwärme: Anlage in Taitung als Praxisbeispiel

Wie sich diese Potenziale erschließen lassen, zeigt ein geothermisches Referenzprojekt im Landkreis Taitung im Südosten Taiwans. Dort wurden Anlagen des Münchner Unternehmens Orcan Energy installiert, die Erdwärme zur Stromerzeugung nutzen können. Ziel ist es, die Einsatzmöglichkeiten der deutschen Technologie unter den Bedingungen des taiwanesischen Marktes sichtbar zu machen und ihre weitere Verbreitung zu fördern.

Orcan Energy entwickelt Lösungen, mit denen bislang ungenutzte Wärme in elektrische Energie umgewandelt werden kann. Für den taiwanesischen Markt ist dieser Ansatz besonders interessant, da er sowohl bei der Nutzung geothermischer Energie als auch in energieintensiven Industrieprozessen Anwendung finden kann.

Das Referenzprojekt in Taitung veranschaulicht, wie deutsche Energietechnologie einen Beitrag zur Diversifizierung der Energieversorgung Taiwans leisten kann. Zugleich bietet es eine konkrete Grundlage, um mit potenziellen Kunden und weiteren Marktakteuren über zukünftige Anwendungen ins Gespräch zu kommen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit dem taiwanesischen Partner Optimization Solutions Asia Engineering Co. Ltd. (OSA). Als lokaler Lösungsanbieter unterstützt OSA die Umsetzung des Projekts und die Positionierung der Technologie im taiwanesischen Markt. Die Partnerschaft verbindet deutsche Technologiekompetenz mit lokalen Marktkenntnissen und schafft damit Voraussetzungen für eine langfristige Markterschließung.

Potenziale über die Geothermie hinaus

Das Referenzprojekt ist nicht nur für den Ausbau der Geothermie von Bedeutung. Auch für Taiwans Industrie bietet die Technologie interessante Perspektiven.

Insbesondere in energieintensiven Branchen kann die Nutzung industrieller Abwärme dazu beitragen, vorhandene Energieressourcen besser auszuschöpfen. Unternehmen können aus Wärme, die andernfalls ungenutzt bliebe, zusätzlichen Strom gewinnen. Dies eröffnet Möglichkeiten, Energiekosten zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Für Orcan Energy dient das Referenzprojekt auch als Ausgangspunkt, um weitere Anwendungsfelder im taiwanesischen Markt zu erschließen. Es schafft Sichtbarkeit für die Technologie und erleichtert den Austausch mit potenziellen Projektpartnern und Kunden.

Fachveranstaltung auf der Energy Taiwan stärkt den Marktdialog

Ein wichtiger Bestandteil der begleitenden Aktivitäten des Renewable-Energy-Solutions Programms war ein Fachseminar am 15. Oktober 2026 in Taipeh. Die Veranstaltung fand begleitend zur Energy Taiwan 2026 im Taipei Nangang Exhibition Center statt.

Vortrag bei Eröffnungsfeier

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Unter dem Titel „How to Optimize Plant Efficiency with State-of-the-Art ORC Technologies“ stellten Orcan Energy und OSA die Einsatzmöglichkeiten der Technologie für den taiwanesischen Markt vor. Im Mittelpunkt standen das geothermische Referenzprojekt in Taitung sowie die Potenziale der industriellen Abwärmenutzung.

Rund 70 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Fachverbänden und Institutionen sowie potenzielle Kunden nahmen an der Veranstaltung teil. Zu den Gästen zählten Dr. David Michel vom Deutschen Institut Taipeh, Director Wei vom Taiwan Geothermal Office sowie Vertreter der taiwanesischen Geothermieverbände TIGA und TGS. Die Veranstaltung bot Gelegenheit, das Referenzprojekt einem relevanten Fachpublikum vorzustellen und konkrete Marktchancen zu diskutieren.

Mit dem RES-Programm unterstützt die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) deutsche Unternehmen der Erneuerbare-Energien- sowie Energieeffizienz-Branche bei der Erschließung neuer Absatzmärkte. Im Rahmen des Programms werden Referenzanlagen in einem Zielmarkt errichtet und mit Unterstützung der Deutschen Energie-Agentur (dena) öffentlichkeits- und werbewirksam vermarktet. Durch Informationsvermittlung sowie Schulungsaktivitäten wird die Nachhaltigkeit des Markteintritts gefördert und die Qualität klimafreundlicher Technologien aus Deutschland demonstriert.