Hinweistafel am Anlagenstandort mit Erläuterung über die Funktionsweise der Anlage

© Rietzler Gruppe

Biogas in Kalifornien: Wachstumsmarkt mit regulatorischem Rückenwind

Kalifornien gilt als Vorreiter der Energiewende in den USA. Über 52 Prozent des erzeugten Stroms im Jahr 2024 stammten aus erneuerbaren Quellen (inkl. großer Wasserkraft). Biogas und Biomethan gewinnen dabei als speicherfähige, grundlastfähige Ergänzung zu Wind und Solar zunehmend an strategischer Bedeutung. Das Potenzial ist gegeben: Organische Reststoffe wie Lebensmittelabfälle, Gülle und Deponiegas gelten als weitgehend ungenutzte Ressource, deren energetische Erschließung Kaliforniens Gasversorgung merklich dekarbonisieren könnte. Biogas unterstützt damit nicht nur den Klimaschutz, sondern schließt Stoffkreisläufe: Die verbleibenden Gärreste gelangen als nährstoffreicher Dünger zurück in die Landwirtschaft.

Biogasaufbereitung neu gedacht

Das Problem: Schwefelwasserstoff

Biogas ist vielversprechend, aber Rohbiogas enthält Schwefelwasserstoff (H₂S) – ein giftiges, übelriechendes Gas. Es schädigt Anlagen durch Korrosion, erhöht Wartungsaufwand und beeinträchtigt die Betriebssicherheit. Die gängige Entfernung mit Aktivkohle ist zwar wirksam, aber energieintensiv, CO₂-belastend und begrenzt in der Kapazität.

Die Lösung: UgnCleanPellets®

UGN setzt auf ein nachhaltiges, zellulosebasiertes Filtermaterial aus Recyclingstoffen. Die Pellets wandeln H₂S in elementaren Schwefel um und bieten klare Vorteile: nahezu CO₂-neutrale Herstellung, keine Gastrocknung nötig (spart 40–60 % Energie) und eine höhere Beladungskapazität als Aktivkohle

Praxisbeweis in San Luis Obispo

Den überzeugendsten Beleg für die Leistungsfähigkeit der UgnCleanPellets® liefert ein Projekt an der Westküste der USA: die Kompogas®-Anlage SLO in San Luis Obispo, Kalifornien, betrieben von Kanadevia Inova – ein Schweizer Greentech-Unternehmen mit Hauptsitz in Zürich, das sich auf die Umwandlung von Abfall in nachhaltige Energie spezialisiert hat.

In Zusammenarbeit mit dem Vertriebspartner Green Gas Services LLC lieferte UGN elf Tonnen UgnCleanPellets® – ein Vorrat, der einem Betrieb von mindestens 24 Monaten entspricht. Die Anlage verarbeitet jährlich 36.500 US-Tonnen kommunale Bioabfälle (Lebensmittel- und Grünschnittabfälle) und erzeugt daraus über 6,3 GWh Strom pro Jahr – genug für rund 600 Haushalte.

Mit Unterstützung des RES-Programms der Exportinitiative Energie wurde im Rahmen einer öffentlichkeitswirksamen Veranstaltung am 24.03.2026 im historischen Gebäude „Octagon Barn“ in San Luis Obispo die innovative Gasentschwefelungstechnologie der UGN-Umwelttechnik einem interessierten Publikum vorgestellt.

In seinem Grußwort zum Beginn der Veranstaltung betonte Herr Nicolas Schrader, Vertreter des Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland in Los Angeles: Der Übergang zu saubereren Energiesystemen ist nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch eine wirtschaftliche Chance und er erfordert eine Zusammenarbeit über Grenzen und Branchen hinweg.

Anhand der Fachvorträge im Rahmen der Veranstaltung wurde zusammenfassend deutlich, dass das neue umweltfreundliche Filtermaterial - die UgnCleanPellets® - sowohl in Biogas- als auch in Kläranlagen die prognostizierten Beladungswerte deutlich übertreffen und dadurch großes Potenzial besitzen, sich auf dem US‑Markt erfolgreich zu etablieren.

Teilnehmende der Eröffnungsveranstaltung bei der Anlagenbesichtigung

© UGN Umwelttechnik GmbH

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Eröffnungsveranstaltung mit Fachvorträgen erfolgte eine Begehung der Referenzanlage, bei der sich die Teilnehmenden vor Ort eindrucksvoll von der Wirksamkeit der UgnCleanPellets® überzeugen konnten.

Das Projekt in San Luis Obispo ist mehr als eine Referenz – es ist das Fundament, auf dem UGN- Umwelttechnik den nordamerikanischen Markt erschließt.

Mit dem RES-Programm unterstützt die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) deutsche Unternehmen der Erneuerbare-Energien- sowie Energieeffizienz-Branche mit innovativen Lösungen bei der Erschließung neuer Absatzmärkte. Im Rahmen des Programms werden Referenzanlagen in einem Zielmarkt errichtet und mit Unterstützung der Deutschen Energie-Agentur GmbH öffentlich und werbewirksam vermarktet. Durch Informationsvermittlung sowie Schulungsaktivitäten wird die Nachhaltigkeit des Markteintritts gefördert und die Qualität klimafreundlicher Technologien aus Deutschland demonstriert.