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Malta: Neue Perspektiven für deutsche Unternehmen im Offshore-Energiemarkt
Einleitung
Malta steht vor einem umfassenden Umbau seiner Energieversorgung. Welche Geschäftschancen sich daraus für deutsche Unternehmen ergeben und wie diese gemeinsam erschlossen werden können, zeigte eine Projekterkundungsreise der Exportinitiative Energie im Herbst 2026.
Begrenzte Flächen für erneuerbare Energien, ein steigender Strombedarf und die starke Abhängigkeit von Energieimporten aus Sizilien stellen Malta vor energiepolitische Herausforderungen. Gleichzeitig investiert der Inselstaat in den Ausbau seiner Energieinfrastruktur. Zu den zentralen Vorhaben gehören die geplante Entwicklung erster schwimmender Offshore-Windparks mit einer Kapazität von 280 bis 320 Megawatt, weitere Stromverbindungen nach Sizilien und der Aufbau von Batteriespeicherkapazitäten.
Für deutsche Unternehmen ergeben sich daraus Geschäftsperspektiven in der Energieerzeugung, Netzinfrastruktur und bei technischen Dienstleistungen. Um diese Möglichkeiten näher zu untersuchen, reisten fünf Unternehmen im Rahmen der Projekterkundungsreise „Energieinfrastruktur und Technologielösungen für Offshore-Projekte“ nach Malta. Im Mittelpunkt standen konkrete Projektbedarfe, die regulatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie mögliche Ansätze für eine gemeinsame Markterschließung.
Großes Interesse an deutschen Technologien und Know-how
Neben einem Briefing mit der deutschen Botschafterin Tanja Beyer standen Unternehmensbesuche und ein Executive Business Roundtable mit knapp 30 maltesischen Teilnehmenden auf dem Programm. Im Austausch mit Akteuren wie der Melita Marine Group, der M. DEMAJO GROUP und AIS Environment Ltd erhielt die Delegation Einblicke in laufende Ausschreibungen, geplante Investitionen und die Anforderungen an potenzielle Projektpartner.
Die Gespräche machten deutlich, wie wichtig lokale Partnerschaften für die Umsetzung künftiger Projekte sind. Marcel Diekmann von Ems Maritime Offshore betonte, dass die Betreuung von Offshore-Windparks nur in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern erfolgen könne. Auch die maltesische Seite zeigte großes Interesse an langfristiger Kooperation. Pierre Balzan, Geschäftsführer der Melita Marine Group, brachte dies beim Executive Business Roundtable auf den Punkt:
Malta can be more than a customer. It can be Germany’s Mediterranean partner for implementation and long-term support.
Neben dem maltesischen Markt selbst wurden auch Perspektiven für gemeinsame Projekte im Mittelmeerraum, insbesondere mit Blick auf Nordafrika, diskutiert.
Gemeinsam größere Projektchancen erschließen
Die Projekterkundungsreise bildete den ersten Schritt einer möglichen Konsortialbildung innerhalb der Exportinitiative Energie. Anders als bei einer klassischen Geschäftsanbahnungsreise steht dabei nicht der Vertrieb einzelner Produkte oder Dienstleistungen im Vordergrund. Vielmehr prüfen die Unternehmen, ob sie ihre Kompetenzen bündeln und gemeinsam eine marktfähige Lösung für konkrete Bedarfe im Zielmarkt entwickeln können.
Im abschließenden Workshop identifizierten die Teilnehmenden erste Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit, insbesondere beim Ausbau und der Modernisierung der maltesischen Energieinfrastruktur an Land und auf See. Auch eine gemeinsame Beteiligung an künftigen Ausschreibungen sowie die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern wurden als mögliche Ansätze diskutiert. Ob aus diesen Überlegungen eine Konsortialbildung entsteht, wird im Nachgang der Reise geprüft. Entscheiden sich die Unternehmen für eine Fortsetzung, können sie in der nächsten Phase eine gemeinsame technische und wirtschaftliche Systemlösung ausarbeiten. Bei ausreichendem Reifegrad kann diese anschließend im Rahmen einer Konsortialreise potenziellen Auftraggebern und Partnern in Malta vorgestellt werden.
Die Projekterkundungsreise hat damit wichtige Grundlagen geschaffen: einen vertieften Einblick in den maltesischen Energiemarkt, direkte Kontakte zu relevanten Akteuren vor Ort und eine konkrete Einschätzung, wo sich die Angebote der deutschen Unternehmen sinnvoll ergänzen.
Die Projekterkundungsreise fand vom 30. September bis 2. Oktober 2026 in Valetta statt. Sie wurde von DEInternational Italien, der Dienstleistungsgesellschaft der AHK Italien, gemeinsam mit SelbstStändigWachsen im Auftrag der Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie umgesetzt.