Madrid, Spanien

Die spanische Regierung hat ein Dekret über ein neues Auktionssystem für erneuerbare Energien verabschiedet. Beim neu eingeführten Gebotspreisverfahren (pay-as-bid) bekommen Bieter den Zuschlag in der von ihnen gebotenen Förderhöhe und müssen ihren erwarteten Gewinn in die Gebotshöhe mit einpreisen. Das ermöglicht künftig Auktionsverfahren für hybride Energiesysteme sowie Ausschreibungen für kombinierte Energieerzeugungsanlagen und Energiespeicher. Der neue Auktionsmechanismus verschafft potenziellen Investoren mehr Planungssicherheit und soll somit die Attraktivität klimafreundlicher Energieprojekte für neue Investitionen steigern. Das könnte die spanische Energiewende beschleunigen.

Erste Auktionen nach dem neuen Verfahren sollen noch vor Jahresende stattfinden. Spanien will noch in diesem Jahr Energieerzeugungsprojekte mit einer kumulierten Leistung von 3,1 GW über Ausschreibungen vergeben, kündigte das Umwelt- und Energieministerium an. Davon sollen mindestens 1 GW aus Windenergie, 1 GW aus Photovoltaik und 80 MW aus Biomasse stammen. Für deutsche Projektierer und Zulieferer klimafreundlicher Energienanlagen wird es somit viele Chancen geben, im spanischen Markt aktiv zu werden.

Laut dem Nationalen Energie- und Klimaplan (NECP) der EU will Spanien bis zum Jahr 2030 den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromproduktion im Land um 57 GW erhöhen. In Kürze wird die Regierung einen Zeitplan mit den erwarteten Energieerzeugunsgkapazitäten und –technologien veröffentlichen. Künftige Ausschreibungen sollen sich nach diesem Plan richten, den die Regierung mindestens einmal pro Jahr aktualisieren will.