Ho Chi Minh, Vietnam

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Im März 2025 hat die vietnamesische Regierung mit Dekret Nr. 57/2025/NĐ-CP ein umfassendes Regelwerk für sogenannte Direct Power Purchase Agreements (DPPA) eingeführt. Diese erlauben es Erzeugern erneuerbarer Energien, Strom direkt an Großverbraucher zu liefern – ohne den Umweg über den staatlichen Stromversorger. Die Regelung ersetzt das bisherige Pilotprogramm und schafft erstmals klare, rechtlich verbindliche Rahmenbedingungen für Verträge zwischen Solar- oder Windparks (ab 10 MW) und Großabnehmern wie Industrieparks oder Exportzonen.

Parallel dazu regelt Dekret Nr. 58/2025/NĐ-CP die Integration erneuerbarer Technologien in das nationale Netz. Besonders für Betreiber von Photovoltaik-Dachanlagen bringt es Vereinfachungen: Anlagen bis 1.000 kW zur Eigenversorgung müssen nur noch gemeldet, nicht genehmigt werden. Überschüsse dürfen zu festgelegten Bedingungen ins Netz eingespeist werden. Zudem werden Batteriespeicher und Offshore-Windprojekte gezielt gefördert.

Marktchancen für deutsche Technologien

Für deutsche Unternehmen eröffnet sich damit ein attraktiver Wachstumsmarkt: Sie können sich als Projektentwickler, Zulieferer smarter Netztechnik, Anbieter von Speicherlösungen oder EPC-Dienstleister positionieren. Auch Anbieter von Monitoring-Tools, Wechselrichtern und Netzsicherheitslösungen profitieren von den neuen Anforderungen an Fernüberwachung und Netzstabilität.

Die neuen Vorgaben fördern zudem technologische Innovation und Umweltstandards – ein Vorteil für deutsche Cleantech-Unternehmen, die hochwertige Anlagen, Softwarelösungen und Ingenieursdienstleistungen anbieten. Gerade mittelständische Unternehmen aus Deutschland können durch Joint Ventures, Exportpartnerschaften oder Beratungsdienstleistungen ihre Position ausbauen.