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Michael Eckelmann, iQron AG

© iQron AG

Sie sind ein sehr junges Unternehmen. Wie kam es, dass Sie mit der Exportinitiative Energie ins Auslandsgeschäft gestartet sind?


Wir haben die Exportinitiative auf einer Messe kennengelernt und gleich erkannt, dass wir genau diese Art der Unterstützung brauchen, um uns Vertriebs- und Verkaufskanäle zu öffnen. Ende 2019 haben wir zum ersten Mal an einer Energie-Geschäftsreise nach Aruba zum Thema „Nachhaltige Energiegewinnung und Energieeffizienz“ teilgenommen. Aruba stand ganz oben auf der Liste, weil das Windpotenzial für unsere Anlage enorm ist. Wir waren vor allem mit der Qualität der B2B-Termine sehr zufrieden, die die AHK Niederlande für uns vor Ort organisiert hat. Unser erster Versuch, hier etwas zu machen, hat sofort eingeschlagen!

Als Konsequenz war für uns klar, dass wir das immer wieder machen können und haben an diversen Geschäftsreisen teilgenommen. Beispielsweise war auch die Geschäftsreise Indonesien für uns interessant. Leider kam die Corona-Krise dazwischen. Die Reise fand dann virtuell statt. Wir waren ebenfalls bei den virtuellen Reisen für Spanien und Chile dabei.


Sie nehmen gerade an zwei Konsortialprojekten teil: Aruba und Rumänien. Das ist auch für die Exportinitiative Energie ein neues Format. Welche Erfahrungen haben Sie bisher damit gemacht?


Es kommt darauf an, wie man als Unternehmen an die Sache herangeht und wie intensiv man dieses Projekt verfolgt. Was wir kritisch sehen, ist die Schwierigkeit, deutsche Unternehmen überhaupt für Märkte wie Aruba und Curaçao zu begeistern, da diese für eine begrenzte Zahl an Technologien interessant sind. Auf der anderen Seite haben wir dank der AHK von der politischen Seite große Unterstützung bekommen. Hier auf Aruba ist das Ziel des Konsortiums, ein energieeffizientes Haus mit erneuerbaren Energien, neben PV natürlich unsere Kleinwindanlagen, in der Aruba Smart Community als Referenzprojekt für die ganze Region zu bauen. Dafür haben wir auf der Konsortialreise im März die Zusage bekommen! Ich würde mir allerdings wünschen, dass da noch mehr Power von den deutschen Unternehmen kommt.

In Rumänien liegt der Fokus des Projekts auf Offgrid-Systemen – also das ideale Einsatzfeld für unsere Windanlagen. Im Laufe des Konsortialprojekts kristallisierte sich heraus, dass es gut passt zwischen den Unternehmen. Es gab aber zwischendrin aber auch viel Fluktuation: ein Unternehmen verlor das Interesse, ein anderes kam hinzu. Ich denke, das ist normal und gehört zum Prozess dazu. Wir müssen schauen, wie es weitergeht, um es final einschätzen zu können. Aber eine gute Nachricht ist, dass eine Finanzierungsmöglichkeit durch den norwegischen Fond aufgetaucht ist und alle Unternehmen nach wie vor engagiert sind.

Gibt es bei Ihnen bereits Erfolge, die sich durch die Maßnahmen der Exportinitiative Energie ergeben haben?

Wir waren 2019 beim deutschen Gemeinschaftsstand auf der „African Utility“ in Kapstadt dabei. Das ist eine Energie-Fachmesse, wo wir unsere Kleinwindanlage ausgestellt haben. Dort haben wir auch den ersten Kontakt zu unserem Partner Dimension Data herstellen können, einem südafrikanischen Großkonzern im Bereich Netzwerk- und Kommunikationstechnologie und IT-Services. Mittlerweile installiert Dimension Data unsere Windanlagen. Bis dahin hat es zwar einige Zeit gedauert, aber es ist ein gutes Erfolgserlebnis.


Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie hat die Exportinitiative alles auf Online-Formate umgestellt. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Man bekommt wesentlich mehr Termine in kurzer Zeit. Ein Beispiel: Die chilenische AHK hat mich drei Wochen lang jeden Abend von 21:00 bis 00:00 Uhr in 30-Minuten-Termine eingeplant. Das war etwas heftig, aber man kommt in den digitalen Formaten schneller auf den Punkt. Inwieweit die Online-Konferenz bei den Zuhörern hängenbleibt, das kann ich nicht einschätzen. Wir haben im Nachgang immer mal wieder interessierte E-Mails bekommen von Zuhörern. Jetzt müssen wir sehen, wie sich das weiterentwickelt. Es ist immer besser, wenn man die Leute auch physisch sieht, aber durch die Corona-Krise müssen wir da nun alle durch und die Alternativen nutzen. Ich hoffe natürlich, dass wir irgendwann wieder Auslandsreisen machen können.