Teilnahme
Während der virtuellen Fachkonferenz am 16.06.2026 haben Sie als Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland die Möglichkeit, Ihre Produkte und Dienstleistungen dem Fachpublikum aus den Pazifischen Inseln zu präsentieren, welches sich aus Vertretern der Wirtschaft, Politik und Verbänden zusammensetzt. An den darauffolgenden Tagen organisiert die AHK Neuseeland für jedes Unternehmen individuelle virtuelle Termine bei lokalen Entscheidungsträgern und potenziellen Geschäftspartnern vor Ort. Ihre Wünsche werden im Vorfeld mit Hilfe eines Unternehmensfragebogens abgefragt und dann bei der Auswahl der Gespräche berücksichtigt.
Anmeldeschluss ist der 06.04.2026
Information zum Zielmarkt
Die Pazifischen Inselstaaten Fidschi, Samoa, Tonga und die Cookinseln entwickeln sich zunehmend zu attraktiven Partnern für internationale Kooperationen. Trotz begrenzter Märkte und struktureller Herausforderungen eröffnen ihre ehrgeizigen Reformen, Investitionsprogramme und Nachhaltigkeitsstrategien vielfältige Chancen für Handel und Unternehmen. Besonders der Ausbau erneuerbarer Energien, die Elektrifizierung von Verkehr und Schifffahrt sowie die Modernisierung der Infrastruktur schaffen ein dynamisches Umfeld, in dem innovative Lösungen und Technologien gefragt sind.
Fidschi
Im Energiesektor gilt Fidschi als Vorreiter der Region, bleibt jedoch von fossilen Energien abhängig: Nur rund 35% des Stroms stammen aus erneuerbaren Energien, 17% der ländlichen Haushalte sind nicht ans Netz angeschlossen. Die Regierung strebt 100% erneuerbare Energien bis 2030 und Klimaneutralität bis 2050 an, der nationale Versorger Energy Fiji Limited hat sich Zwischenziele von 90% der Energieerzeugung aus Erneuerbaren Energien bis 2035 gesetzt. Unterstützt werden diese Bestrebungen durch Solar- und Hybrid-Microgrids, gefördert von UNDP und dem Fiji Rural Electrification Fund. Geplant sind 20 Anlagen, die Photovoltaik, Batteriespeicher, Smart Metering und Notstromgeneratoren kombinieren, beginnend mit Pilotdörfern und anschließendem Ausbau auf weitere Gemeinden.
Parallel treibt Fidschi die Verkehrselektrifizierung voran: 2023 stellte Tourism Fiji die erste Elektrofahrzeugflotte vor, 2024 folgte Rosie Holidays mit einem vollelektrischen Touristenfahrzeug. Leaf Capital entwickelt gemeinsam mit dem Pacific Centre for Renewable Energy and Energy Efficiency ein nationales Ladenetz, das erneuerbare Energie, intelligente Ladelösungen und Leasingmodelle kombiniert. Zielgruppen sind vor allem Taxis und Überland-Minibusse.
Auch im maritimen Bereich verfolgt Fidschi ehrgeizige Pläne. Während der COP26 kündigte der damalige Premierminister an, staatliche Schiffe schrittweise auf Hybrid- und Wasserstofflösungen umzustellen. Im Rahmen der Pacific Blue Shipping Partnership sollen dafür 500 Mio. US-Dollar mobilisiert werden. Ergänzend startete 2023 das von Großbritannien und UNDP unterstützte Blue Accelerator Grant Scheme, das Privatunternehmen bei innovativen Meerestechnologien fördert. Gemeinsam mit den USA wurde zudem ein grüner Schifffahrtskorridor angekündigt, der alternative Kraftstoffe, neue Technologien, Infrastrukturmaßnahmen und regulatorische Anpassungen umfasst. Darüber hinaus trat Fidschi der internationalen Green Shipping Challenge bei.
Samoa
Im Energiesektor engagiert sich Samoa verstärkt im Bereich Erneuerbare Energien. Die Elektrifizierungsrate liegt bei über 98%, 2021 stammten jedoch nur 38% des Stroms aus erneuerbaren Energien. Bis 2030 sollen es 70% sein. Impulse kommen von internationalen Programmen, allen voran vom UNDP-Projekt Climate Action Pathways for Island Transport“ (CAP-IT). Es umfasst die Einführung einer Elektrofahrzeugflotte, über 80 Solarladestationen sowie Lösungen für Elektroboote und Fischereiflotten. Bereits 2019 wurde mit EU-Unterstützung auf der Passagierfähre Lady Samoa III ein Solarsystem installiert, das jährlich 135 Tonnen CO₂ einspart und Betriebskosten senkt. Damit zeigt sich Samoas konsequenter Weg, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und die Klimaziele zu erreichen.
Tonga
Die tongaische Wirtschaft wurde Anfang 2022 durch den Vulkanausbruch und den darauffolgenden Tsunami schwer getroffen, insbesondere im dicht besiedelten Süden der Inselgruppe. Dank internationaler Unterstützung und staatlicher Maßnahmen zeigte das Land jedoch Resilienz; für 2024 wird ein Wachstum von 2,5-3% erwartet. Aufgrund begrenzter natürlicher Ressourcen und eines kleinen Binnenmarkts fördert die Regierung gezielt Investitionen zur Diversifizierung, insbesondere im Energiesektor. Bis 2030 sollen 70% des Stroms aus erneuerbaren Energien stammen, aktuell liegt der Anteil jedoch erst bei rund 13%. Die landesweite Elektrifizierung ist abgeschlossen, sodass der Fokus auf der Transformation der Energieversorgung liegt.
Auch im Bereich maritimer Mobilität gibt es erste Ansätze: Geplant ist der Einsatz einer möglicherweise elektrischen Fähre über die Fanga’uta-Lagune auf der Hauptinsel Tongatapu. Zwar liegt noch keine Machbarkeitsstudie vor, die Ankündigung signalisiert jedoch die Bereitschaft, im Seeverkehr alternative Antriebe zu erproben.
Cookinseln
Die Cookinseln zählen zu den am stärksten vom Tourismus abhängigen Volkswirtschaften des Pazifiks. Die Pandemie führte 2020 zu einem BIP-Rückgang von fast 6% und 2021 zu einem Einbruch von über 25%. Seit 2022 erholte sich die Wirtschaft jedoch rasch; 2023 und 2024 verzeichnete die Asiatische Entwicklungsbank Wachstumsraten von über 9%, womit die Cookinseln zu den dynamischsten Volkswirtschaften der Region zählten. Der Tourismus bleibt der dominierende Sektor, rund ein Drittel der Erwerbsbevölkerung ist hier direkt beschäftigt.
Die Regierung verfolgt ambitionierte Nachhaltigkeitsziele: Bis 2030 soll die Stromproduktion vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Bereits 2021 lag deren Anteil bei 35%, die Elektrifizierungsrate beträgt 100%. Der Fokus liegt damit klar auf dem Ersatz fossiler Energieträger. Parallel dazu sollen Netze modernisiert und Energiespeicherkapazitäten ausgebaut werden, um Versorgungssicherheit und Netzstabilität zu gewährleisten.
Auch im maritimen Bereich wurden wichtige Schritte unternommen. Bereits 2019 organisierte das MTCC-Pacific im Edgewater Resort & Spa einen nationalen Workshop zur Energieeffizienz im Schiffsverkehr mit Vertretern von Ministerien, Hafenbehörden, Reedereien, Zivilgesellschaft und Polizei. Ziel war die Einführung emissionsärmerer Betriebsverfahren und technischer Instrumente zur Effizienzsteigerung. Parallel dazu wird die Nutzung von Elektrofahrzeugen im Straßenverkehr vorangetrieben – sowohl durch Regierungsinitiativen zur Ausstattung der Verwaltung als auch durch Hotels und private Anbieter, die E-Autos und E-Bikes für Touristen bereitstellen
Organisation und Ansprechpartner
Die Veranstaltung wird organisiert von der Renewables Academy (RENAC) AG, einem Durchführer der Exportinitiative Energie, gemeinsam mit der AHK Neuseeland. Bei Fragen zur Teilnahme auf deutscher Seite wenden Sie sich bitte an Laura Scharlach (RENAC).
Kosten
Eigenbeitrag
Für die Teilnahme an Energie-Geschäftsreisen, Projekterkundungsreisen und Konsortialreisen wird ein von der Unternehmensgröße abhängiger Eigenbeitrag erhoben:
- Kleinstunternehmen: 250 € netto
- Kleine und mittlere Unternehmen: 850 € netto
- Großunternehmen: 1.500 € netto
De-minimis Beihilfen
Bei dieser Maßnahme fallen De-minimis-Beihilfen von bis zu maximal 2.100 € an.
Details zu den De-minimis-Beihilfen entnehmen Sie bitte den Teilnahmebedingungen.