PDP Project in Botsuana

© GIZ/ OniroHouse

Das PV-Solarprojekt wurde von der deutschen GRIPS Energy GmbH entwickelt und finanziert. Die Anlage wurde im Rahmen eines EPC-Vertrags von der botswanischen Tochtergesellschaft der Giertsen Group errichtet.

Ein Schaufenster für Technologie – ein Türöffner für den Markt

Die Photovoltaikanlage deckt rund 60 % des Strombedarfs der BITRI-Büros und Labore und vermeidet 11.900 t CO₂ pro Jahr. Für das Institut bedeutet das: niedrigere Betriebskosten, bessere Planbarkeit – und eine eigene Forschungsplattform für Solartechnologien in der Anwendung. „Wir sind jetzt ein landesweites Vorzeigeprojekt für netzgekoppelte Solar-PV-Systeme in Botsuana. Das PEP-Team hat uns geholfen, die Idee wirtschaftlich tragfähig zu machen und umzusetzen.“, erklärt Dr. Edward Rakgati, Senior Researcher, BITRI.

PDP Project in Botsuana

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BITRI steht als staatliche Einrichtung nicht im Fokus der PEP-Unterstützung, die sich vor allem auf den privatwirtschaftlichen C&I-Sektor konzentriert. Aber: Das Projekt zeigt exemplarisch, wie sauber durchdachte Solarlösungen in Botsuana technisch, wirtschaftlich und institutionell funktionieren – und wo deutsche Technologieanbieter ins Spiel kommen. Der Standort fungiert nicht nur als Stromquelle, sondern auch als Schulungs- und Forschungsumgebung für erneuerbare Energien und Elektromobilität. BITRI ist ein gutes Beispiel dafür, wie frühe Unterstützung ein Projekt entscheidend voranbringen kann – von der Machbarkeitsanalyse bis zur Umsetzung,“ erklärt Taboka Motlhabane, Länderrepräsentantin des PEP in Botsuana.

Mit strategischen Partnerschaften zur Umsetzung

Damit ähnliche Lösungen nicht nur als Einzelprojekte, sondern breit in der Privatwirtschaft angewendet und umgesetzt werden können, hat PEP eine Partnerschaft mit der Stanbic Bank Botswana geschlossen. Ziel ist es, eine verlässliche Pipeline finanzierungsreifer Projekte im C&I-Sektor zu schaffen – und so den Markteintritt für deutsche Anbieter zu erleichtern. Parallel dazu wurde in Zusammenarbeit mit UNDP ein weiteres PV-Projekt mit 75 kWp umgesetzt. Es zeigt: Auch internationale Organisationen setzen zunehmend auf lokal eingebettete, hochwertige Lösungen – und suchen dafür bewährte Technik und erfahrene Umsetzungspartner.

Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist in Botswana aktiv zu werden

Seit Juli 2025 sind die Stromtarife für gewerbliche und industrielle Verbraucher um 24 % gestiegen, während die angekündigte Tarifsenkung von 30 % ausschließlich Haushalten mit geringem Verbrauch zugutekommt. Gleichzeitig hat die Abwertung der Landeswährung Pula die Importkosten um rund 8 % erhöht, und auch die Treibstoffpreise dürften weiter steigen.

Da zudem die Obergrenze für Net Metering im C&I-Sektor erreicht wurde und derzeit keine neuen Anträge angenommen werden, wächst die Nachfrage nach Solar- und Speicherlösungen, die langfristige Kostensicherheit bieten und unabhängig vom Netz machen. Das stärkt die wirtschaftliche Attraktivität von Investitionen in saubere Energielösungen in Botswana.

Insgesamt verschieben diese Entwicklungen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zugunsten von Solarenergie – insbesondere in Kombination mit Batteriespeichern – und machen Investitionen in saubere Energie im gewerblichen und industriellen Sektor zunehmend rentabel.

Marktentwicklung mit System – und Perspektive für deutsche Anbieter

Seit 2019 hat das PEP-Programm über 40 lokale Unternehmen in Botsuana bei der Entwicklung klimafreundlicher Energieprojekte begleitet. Gemeinsam mit Finanzierungspartnern, technischen Akteuren und Multiplikatoren wie BITRI wird der Markt Schritt für Schritt strukturell geöffnet.

Botsuana entwickelt sich so zu einem attraktiven Markt für skalierbare Energielösungen „Made in Germany“. Ein Höhepunkt folgt im August 2025: Die German Training Week in Gaborone bringt deutsche Anbieter mit lokalen Unternehmen zusammen – für Fachtrainings, Technologie-Showcases und neue Partnerschaften.