Cover der Sektoranalyse Vietnam zum Thema Battery Energy Storage Systems in the Commercial and Industrial Sector

© GIZ

Vietnam hat einen erheblichen Bedarf an Energiespeichersystemen. Hintergrund ist der seit Jahren konstant wachsende Energiebedarf des 100-Millionen-Einwohner-Staates, der zunehmend aus erneuerbaren Energien gedeckt wird. Aktuell haben Solar- und Windkraft bei der Stromerzeugung einen Anteil von fast 27 Prozent. In keinem anderen asiatischen Land wird die grüne Stromgewinnung so schnell ausgebaut wie in Vietnam. 2050 will Vietnam CO2-neutral sein.

Industrie und Gewerbe brauchen Stromspeicher

Um die Kette der sauberen Energieversorgung zu schließen, sind jedoch Batteriespeicher erforderlich. Sie sind die Voraussetzung für Energiesicherheit, Kostensenkungen, Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und ein stabiles Stromnetz. Insbesondere in den energieintensiven Industrien wächst das Interesse an Speichertechnologien, um den Eigenverbrauch zu erhöhen, eine größere Unabhängigkeit vom Stromversorger zu erzielen und somit die langfristige Rentabilität einer Investition in erneuerbare Stromversorgung zu steigern. Zudem können Speicher in Regionen mit instabiler Netzversorgung die Stromversorgung gewährleisten.

Der Staat unterstützt Investitionen

Noch allerdings stehen Stromspeichertechnologien in Vietnam ganz am Anfang. Ende 2024 gab es nur drei Pilotanlagen. Bis 2030 will die vietnamesische Regierung eine Speicherkapazität von 300 Megawatt aufbauen, was 0,2 Prozent der gesamten Stromkapazität Vietnams entspricht. Der Staat fördert den Ausbau Erneuerbarer Energien unter anderem durch das Programm für direkte Strombezugsverträge (Direct Power Purchase Agreement – DPPA) sowie Steueranreize für grüne Technologien.

Ein interessanter Markt für deutsche Anbieter

In diesem gerade erst entstehenden Markt bieten sich deutschen Firmen vielversprechende Geschäftsaussichten, insbesondere vor dem Hintergrund der investorenfreundlichen Politik Vietnams, des EU-Freihandelsabkommens und der guten bilateralen Beziehungen. In der Europäischen Union ist Deutschland der größte Handelspartner Vietnams.

Neue Sektoranalyse beschreibt Marktchancen

Eine neue Sektoranalyse zu Batteriespeichersystemen in Vietnam zeigt auf, wo sich deutschen Spezialfirmen die besten Geschäftsaussichten bieten. Demnach suchen vietnamesische Partner erfahrene, zuverlässige deutsche Unternehmen, die Hightech, Qualität, flexible Lösungen und langfristiges Engagement bieten. Die Bereitschaft, Wissen zu teilen und vietnamesische Partner zu schulen, ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Die Sektoranalyse empfiehlt deutschen Firmen, Geschäftsmöglichkeiten in Nischenmärkten auszuloten und individuelle Anwendungen zu entwickeln. Pilotprojekte eignen sich, um die Vorteile von Batteriespeichern anschaulich zu machen und die Zusammenarbeit mit vietnamesischen Ingenieur-, Beschaffungs- und Bauunternehmen schafft Vertrauen bei lokalen Partnern.

Die Analyse bietet kompakte und umfassende Informationen zum Energiesektor, zu Akteuren, Investitionsbedingungen, Modellen für den Markteintritt, Finanzierungswegen sowie Chancen und Hindernissen. Denn trotz der guten Geschäftsaussichten sehen sich deutsche Firmen in Vietnam auch mit Herausforderungen konfrontiert: hohe Anfangsinvestitionen, ein unausgereiftes regulatorisches Umfeld und ein volatiler Energiemarkt.

Informationen und praktische Unterstützung

Um kleineren deutschen Unternehmen über solche Hürden hinwegzuhelfen, bietet die Exportinitiative Energie mit dem Projektentwicklungsprogramm (PEP) auch praktische Unterstützung für deutsche Firmen, die in Vietnam saubere Energielösungen anbieten möchten. PEP schlägt eine Brücke zwischen lokalen Unternehmen, die Bedarf an nachhaltigen Technologien haben und deutschen Lösungsanbietern, die auf dem vietnamesischen Markt Fuß fassen möchten.