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Grünes Ammoniak in Kenia: Erstes PEP Wasserstoff-Projekt überwindet Finanzierungshürde und steht vor Umsetzung
Einleitung
Mit dem Projektentwicklungsprogramm werden Investitionsprojekte mit grünem H2 und Ammoniak umsetzbar. Ein Schlüsselfaktor: die Finanzierung. In Kenia hat die Nyeri Hill Farm, unterstützt durch das PEP, im Auswahlverfahren der UNIDO A2DFacility überzeugt und sich einen Grant gesichert, der einen Großteil der Finanzierung abdeckt. Ein Beispiel mit Skalierungspotenzial – konkrete Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern sind möglich. Die Umsetzung mit Lösungsanbietern aus Deutschland ist geplant.
PEP-Team Kenia im Austausch mit Mitarbeitenden der Nyeri Hill Farm
Die Finanzierung ist gesichert: Die Nyeri Hill Farm in Kenia soll zukünftig mithilfe einer PV-Anlage mit einer Gesamtleistung von 550 kWp, eines Elektrolyseurs mit einer Leistung von 220 kW und einer Ammoniakproduktionsanlage jährlich knapp 60 Tonnen Ammoniak produzieren. Der Ammoniak ist für den direkten Einsatz als Stickstoffdünger vorgesehen; der dabei als Nebenprodukt anfallende Sauerstoff soll im angrenzenden Krankenhaus genutzt werden.
Grünes Ammoniak in Kenia – neue Perspektiven für die Agrarproduktion
Die Nyeri Hill Farm – eine der größten Kaffeeplantagen Kenias – bewirtschaftet Kaffee und Tee, betreibt Viehzucht und Gartenbau und engagiert sich in der Aufforstung. Der Vorstand verfolgt das Ziel, neue Qualitätsmaßstäbe in der Branche zu etablieren und Best Practices in Umwelt- und Düngemittelmanagement anzuwenden. „Mit diesem Projekt möchten wir ein Beispiel für afrikanische Agrarbetriebe setzen, die eine verlässliche Versorgung mit CO₂-armem Dünger aufbauen wollen – um nachhaltiger zu wirtschaften und ihre Kosten besser zu planen“, sagt Boniface Mwangi, Finanzmanager und Leiter des Projekts Grünes Ammoniak bei der Nyeri Hill Farm. „Ohne das PEP-Team hätten wir diesen Schritt nicht gewagt. Sie haben uns von Beginn an begleitet, Handlungsoptionen aufgezeigt und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ermöglicht. Besonders bei der Finanzierung war die Unterstützung entscheidend und hat den erfolgreichen UNIDO-Förderantrag möglich gemacht.“
Aus einer früheren Zusammenarbeit zur erneuerbaren Stromversorgung war das von der GIZ durchgeführte PEP mit der Nyeri Hill Farm und ihren Bedarfen vertraut. In der Frühphase unterstützte das PEP darauf aufbauend die Farm mit einer technischen und wirtschaftlichen Vormachbarkeitsstudie sowie einem umfangreichen Projektdossier für Lösungsanbieter mit Sitz in Deutschland. Mehrere Unternehmen wurden eingeladen, Kooperationsmöglichkeiten zu prüfen, unter anderem im Rahmen einer Geschäftsreise der AHK Kenia.
Auch die Finanzierung wurde früh mitgedacht: PEP identifizierte geeignete Förderinstrumente, begleitete die Antragsvorbereitung und stellte den Kontakt zu potenziellen Finanzierern hersowie zu GET.invest – einem führenden europäischen Programm zur Mobilisierung von Investitionen in saubere Energie in Entwicklungsländern, kofinanziert von der Europäischen Union, Deutschland, Norwegen, den Niederlanden, Schweden und Österreich. Zusätzlich zum UNIDO-A2D-Grant ergänzt ein zinsgünstiges Darlehen des deutschen Impact Investors Starkmacher Impact GmbH und ihres Finanzierungspartners das Projekt.
Stefanie Stemmer, Ländermanagerin Kenia und Hydrogen Desk im PEP, erklärt: „Das Projekt zeigt, dass strukturierte Projektentwicklung, die Finanzierungsanforderungen mitdenkt und frühzeitig Umsetzungs- und Finanzierungspartner einbindet, die Finanzierungshürde komplexer Wasserstoffprojekte überwinden kann – auch in Entwicklungs- und Schwellenländern.“
Deutsche Firmen beteiligt
Deutsche und internationale Lösungsanbieter unterstützen die Nyeri Hill Farm in Kenia bei diesem ambitionierten Investitionsvorhaben. Die aktuelle Projektplanung sieht den Einsatz der AEM-Elektrolysetechnologie der Enapter GmbH vor, betrieben mit Strom aus dem PV-System der Soventix GmbH, das über Soventix East Africa geplant, geliefert und errichtet wird. PT MBR Global Indonesia ist als Generalunternehmer für die Systemintegration vorgesehen. „Dieses Projekt markiert unseren Einstieg in den kenianischen Markt. PEP hat eine belastbare Projektbasis geschaffen, auf der wir gemeinsam eine konkrete Geschäftschance entwickeln konnten und jetzt in die Realisierung einsteigen“, erläutert Jan-Justus Schmidt, Co-Founder von Enapter GmbH.
Ein Markt mit Potenzial für deutsche Anbieter
Der afrikanische Agrarsektor bietet erhebliches Wachstumspotenzial: Rund 60 Prozent der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig, der jährliche Düngemittelbedarf liegt bei etwa fünf Millionen Tonnen. Viele Agrarunternehmen sind stark von Importen abhängig – mit schwankender Verfügbarkeit und volatilen Preisen. Lokale Ammoniakproduktion kann hier ansetzen: Sie erhöht die Versorgungssicherheit und reduziert die Treibhausgasemissionen um rund 90 Prozent.
Für deutsche Anbieter klimafreundlicher Energielösungen bieten durch PEP vorentwickelte Projekte einen strukturierten Markteintritt: Nachfrage, Standortwahl und Umsetzungspfad sind bereits geprüft. Bei zustande kommender Partnerschaft begleitet PEP den weiteren Prozess, beispielsweise bei der Finanzierungsvorbereitung.
Sektoranalyse Kenia: Grüner Ammoniak für Düngemittel