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Förderung netzferner Lösungen in Togo
RES-Projektportrait
Einleitung
Gemeinsam treiben das deutsche Unternehmen maxx solar und ihr togoischer Partner KYA-Energy Group seit 2019 mit ihrer Expertise die Nutzung von Mini-Grids und die Ausbildung von Installateurinnen und Installateuren voran.
Antje Klauss-Vorreiter (l.) und Vivian Blümel von maxx solar mit Prof. Yao Azoumah, Geschäftsführer der Kya-Energy Group, vor der Referenzanlage
Nur acht Prozent der ländlichen Bevölkerung Togos haben bis dato Zugang zu Elektrizität. Eine ambitionierte Elektrifizierungsstrategie der Regierung sieht deshalb vor, dass alle Haushalte des Landes bis zum Jahr 2030 Zugang zu elektrischem Strom bekommen. Außerdem soll der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix auf 50 Prozent steigen. Im Land wird somit dringend das Know-how zur Umsetzung benötigt.
Im Rahmen des Renewable-Energy-Solutions-Programms (RES) wurde in 2019 am Hauptsitz der KYA-Energy Group in Lomé eine netzunabhängige 30 kWp PV-Anlage inklusive Batteriespeicher installiert. KYA ist ein Systemhaus für Photovoltaik, das auch eine Forschungs- und Ausbildungsabteilung betreibt. Die Anlage besteht aus 105 Solarmodulen des deutschen Unternehmens IBC Solar mit einer Leistung von je 285 Wp und liefert rund 90 kWh Strom pro Tag. Strom, der tagsüber nicht genutzt wurde, wird in 48 BAE-Batterien mit einer Gesamtkapazität von 1.750 Ah unter 48 V eingespeist und steht dann nachts oder bei geringer Sonneneinstrahlung zu Verfügung. Das Gebäude ist jetzt vollkommen autark.
Die finanzielle Unterstützung durch das RES-Programm ermöglichte es dem Thüringer Unternehmen, für das Projekt personell vor Ort zu sein und eine gute Beziehung zu ihrem lokalen Partner KYA-Energy aufzubauen: „So lernt man gegenseitige Stärken besser kennen und kann sich die Zeit nehmen, das Projekt auf die Zusammenhänge in der Region abzustimmen“, sagt Vivian Blümel von maxx solar. Entscheidend für die positiven und interessierten Reaktionen auf das Projekt war außerdem, dass sich der deutsche Mittelständler nicht alleine, sondern gemeinsam mit seinem togoischen Partner präsentierte.
Bei der Einweihungsveranstaltung am 15. November 2019 wurde die Referenzanlage bei der KYA-Energy Group im Beisein von offiziellen Vertretern des togoischen Energieministeriums, der deutschen Botschaft und der Deutschen Energie-Agentur feierlich in Betrieb genommen. Ein Fernsehteam und mehrere Zeitungen berichteten über die Veranstaltung. „Das kam so gut an, dass wir es seitdem für uns übernommen haben, die Öffentlichkeit für besondere Meilensteine einzuladen“, sagt Vivian Blümel rückblickend. „Alle Partner haben von der Teilnahme am RES-Programm nachhaltig profitiert!“ sagt Blümel weiter. Aus einem gemeinsamen Messeauftritt der Projektpartner und dem Zusammentreffen mit einer Universität aus Ghana ist eine fruchtbare Zusammenarbeit für die Zukunft entstanden.
Eine Besonderheit des Projekts war außerdem, dass das installierte Off-grid-System nicht nur Strom liefert, sondern auch das Kernstück für Schulungen ist. Die maxx | solar academy, seit 2020 unter dem Namen GREEN Solar Academy, hat seit 2012 über 3400 Installateure und Ingenieure in Afrika für die Installation, den Betrieb und die Wartung von photovoltaischen Anlagen geschult.
„Dabei spielen Industriepartner eine wichtige Rolle,“ erklärt Blümel, die auch Content Director der GREEN Solar Academy ist; „Kursteilnehmende werden beim praktischen Training an Produkten von unter anderem deutschen Herstellern wie IBC Solar, Renusol Europe, SMA Solar Technology und Valentin Software GmbH geschult und erhalten direkten Kontakt zu deren lokalen Vertriebspartnern für einen unkomplizierten Einstieg in die Solarindustrie“. Zwei erste Kurse haben bereits am Standort Lomé stattgefunden. Ein Online-Kurs, fokussiert auf Mini-Grids, wird derzeit entwickelt.
Die Demonstrationsanlage erfüllt damit neben der netzunabhängigen Lieferung von Strom zwei weitere wichtige Funktionen; relevante Institutionen und Multiplikatoren erhalten Zugang zu hochqualitativer Technologie „made in Germany“, während gleichzeitig praktisches Know-how im Land für die Installation aufgebaut wird.
Kursteilnehmende werden beim praktischen Training an Produkten von deutschen Herstellern geschult
Das RES-Programm der Exportinitiative Energie begleitet und berät bei der Umsetzung von Referenzprojekten an repräsentativen Standorten. Insbesondere mit umfangreichen PR- und Marketingaktivitäten wird für Technologie „Made in Germany“ geworben.