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Zusätzliche Wertschöpfungsketten, weitere Standorte und neue Kunden
Einleitung
Die feierliche Eröffnung der einzigartigen Biogasanlage in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Rahmen des Renewable-Energy-Solutions-Programms ist für Geschäftsführer der mele Biogas GmbH Dietrich Lehmann erst der Anfang.
Die Biogasanlage auf dem Produktions- und Farmgelände der Al Rawabi Dairy Company in der Nähe von Dubai
Im größten Milchviehbetrieb in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) Al Rawabi Dairy fallen täglich über 150 Tonnen organischen Abfalls an. Seit der Inbetriebnahme der innovativen Anlage der mele im Oktober 2021 werden diese Abfälle in geruchsneutrales Biogas umgewandelt. Bereits jetzt stellt die Anlage einen wesentlichen Anteil am Energiekonzept des Standortes dar: Die entstehende Abwärme wird zur Dampferzeugung sowie Düngerherstellung genutzt. Welche Entwicklungen sich für das Unternehmen seit der Teilnahme am Renewable-Energy-Solutions (RES)-Programm außerdem ergeben haben, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter Dietrich Lehmann im Interview.
Herr Lehmann, wie ist der Stand der Anlage heute, und was ist in Zukunft geplant?
Nach der Eröffnung wurde der Substrat-Input weiter hochgefahren und letzte Abstimmungen zwischen den Anlagenteilen vorgenommen. Jetzt heißt es, zuverlässig und auf höchstem Niveau Betriebsstunden zu sammeln. Es werden im Betrieb die letzten Stellschrauben gedreht, und das Team des Auftraggebers gewinnt von Tag zu Tag durch unseren Spezialisten an Erfahrung. Dabei bringen Synergien mit vor- und nachgelagerten Farmbereichen das Projekt in den ökologischen und wirtschaftlichen Wunschkreislauf, sodass sich die Stoff- und Energieströme ergänzen.
Nachdem nun alle projektbezogenen Errichtungsarbeiten abgeschlossen sind, geht es um Ergänzungen und Realisierung zusätzlicher Wertschöpfungsketten. Neben der bereits umgesetzten Kompostierung fiel die Entscheidung zur Planung und Umsetzung der Gärresttrocknung, welche das Gesamtkonzept in der Düngemittelherstellung des Standortes abrundet. In Zukunft besteht die Aufgabe im Anlagenmonitoring darin, weitere Ressourcen der Farm nutzbar zu machen. Außerdem gilt es jetzt, die Zusammenarbeit mit dem gewonnenen Partnernetzwerk an weiteren Standorten zu vertiefen und neue Kunden von ihren ungenutzten Potenzialen zu überzeugen.
Welche Ziele konnten Sie im Projekt und darüber hinaus erreichen?
Unser Hauptziel war der Transfer unserer innovativen Biogastechnologie in die Region, um den dort verstärkten Interessen nach Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit Rechnung zu tragen. Das konnten wir vollumfänglich erreichen, uns mit unserer Expertise am Markt etablieren und unsere Reichweite erhöhen. Diese einzigartige Anlage am Rande der ständig wachsenden Stadt Dubai sucht als Referenz für uns wie auch für unsere Partner vor Ort ihresgleichen. Außerdem gelang es uns, durch die intensive Phase der Planung, der Genehmigung, des Baus und der Inbetriebnahme, wertvolle Erfahrungen unter den klimatischen, regulatorischen und individuellen Rahmenbedingungen vor Ort zu sammeln.
Die Eröffnungsveranstaltung war über das Projekt hinaus ein voller Erfolg: Hier hatten wir die Möglichkeit, gemeinsam mit unserem arabischen Partner das gesamte Vorhaben zu präsentieren und Entscheidungsträger in- und außerhalb der VAE für die Thematik zu sensibilisieren. Erste Folgegespräche zwischen interessierten Parteien und unserem Vertriebsteam zeigen vielversprechende Entwicklungen in der MENA-Region.
Was hat die Teilnahme am RES-Programm Ihrem Unternehmen und dem Partner vor Ort gebracht?
Für die mele® Unternehmensgruppe bedeutet die Umsetzung dieses einzigartigen Projektes die Erschließung eines neuen Marktes bzw. einer ganzen Region. Dabei konnten wir uns auf die starke Unterstützung der dena als Durchführer des RES-Programms der Exportinitiative Energie verlassen. Diese intensive Zusammenarbeit hat die weitere Vermarktung des Projekts erst möglich gemacht. Weil deutsches Know-how und Technik in der MENA-Region außerordentliche Anerkennung genießen, können wir weitere Projekte in der Region umsetzen und Partnerschaften eingehen. Ich bin stolz, dass wir von unserem lokalen Partner und allen Beteiligten die Bestätigung bekommen haben, dass wir als mele Gruppe Projekte mit großen Anforderungen auch während den außerordentlichen Zeiten einer Pandemie professionell und erfolgreich umsetzen.
Unser Partner Al Rawabi Dairy kann neben der ökologischen Strahlkraft des Projektes von deutlich reduzierten Emissionen auf dem Farmgelände profitieren – und dies vom ersten Tag der Gülleverarbeitung an. Weiterhin konnte unser Partner sein Portfolio um die Energieerzeugung sowie Gewinnung von optimierten Düngern erweitern.
Das RES-Programm der Exportinitiative Energie begleitet und berät bei der Umsetzung von Referenzprojekten an repräsentativen Standorten. Insbesondere mit umfangreichen PR- und Marketingaktivitäten wird für Technologie „made in Germany“ geworben.