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Marktanalysen 12.07.2021 - Gebäudeeffizienz

Türkei: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Gebäuden mit Fokus auf Solar und Geothermie AHK-Zielmarktanalyse 2021

Einleitung

Die Türkei ist bemüht, den Anteil erneuerbarer Energiequellen in ihrem Energiemix zu erhöhen, um die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern und die Nutzung einheimischer Ressourcen zu maximieren. Laut der Nationalen Energieeffizienzstrategie sollen bis zum Jahr 2023 der Anteil erneuerbarer Energien auf insgesamt 30% erhöht und 25% des Gebäudebestandes energieeffizient und nachhaltig werden. In diesem Zusammenhang fördert die Regierung den Einsatz von neuen Bautechnologien zur Energieeinsparung. Hieraus ergeben sich gute Geschäftschancen für energieeffiziente Gebäudelösungen.

  • Anwendungsfeld/ Technologie: Energieerzeugung, Gebäudeeffizienz, Geothermie, Solarenergie
  • Zielmarkt: Türkei
  • Zielregion: Vorderasien, Asien
ZMA Türkei 2021 Gebäudeeffizienz

Die Türkei zählt zu den aufstrebenden Schwellenländern und verfügt über einen dynamischen und wachsenden Markt, welcher den Westen mit dem Osten verbindet. Weiche und harte Standortfaktoren wie das niedrige Lohnniveau, die geografische Lage als das Verbindungsstück des europäischen und asiatischen Kontinents sowie die Einbindung in globale
Wertschöpfungsketten machen die Türkei zu einem attraktiven und wettbewerbsfähigen Markt für in- und ausländische Unternehmen wie auch Investoren. Die Anbindung an die EU durch die Zollunion sowie an globale Handelsrouten als auch die Nähe zu aufstrebenden Energieerzeugungsregionen im Kaspischen Raum und in Zentralasien steigern das Marktpotenzial der Türkei erheblich. Für die Türkei ist eine Reduzierung der Energieverschwendung für die wirtschaftliche Entwicklung von besonderer Bedeutung. Die Türkei gibt jedes Jahr Milliarden von Devisen für die Einfuhr von Energierohstoffen aus, wobei der Energieimport bis zu 60% des jährlichen Handelsbilanzdefizits ausmachen kann. In diesem Zusammenhang können energieeffiziente Gebäude einen wesentlichen Beitrag leisten, da der Gebäudesektor für ca. 30% des türkischen Gesamtenergieverbrauches verantwortlich ist.

Im Rahmen der Strategieplanung im Energiesektor strebt die Türkei an, unabhängiger von Energieimporten zu werden, die eigene Energiesicherheit sowie -effizienz zu verbessern und die inländischen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Energietechnologien auszubauen. Dabei stehen u.a. Aktivitäten wie das Errichten von neuen Energieproduktionsstätten in den Bereichen erneuerbare und nukleare Energiequellen und der Ausbau der Infrastruktur zum Energietransport auf der Agenda. In ihrer Vision für 2023 (das Jahr des 100-jährigen Bestehens der Türkischen Republik) hat die Regierung das Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien auf 30% zu erhöhen. In diesem Zusammenhang verabschiedete die Türkei im Mai 2005 das EE-Gesetz, das die Einspeisevergütungen für Strom aus erneuerbaren Energiequellen regelt. Im Januar 2011 trat die Novellierung des Gesetzes für die Einspeisetarife in Kraft.

Der erfolgreiche Wandel wird auch durch eine starke inländische Nachfrage sowie wirtschaftliche, regulatorische und politische Faktoren unterstützt. Die Thematik der Energieeffizienz gewinnt aufgrund der Tatsache, dass die Türkei im Vergleich zu anderen OECD-Ländern die höchsten Treibstoff- und Stromkosten im Industriesektor aufweist, zunehmend an Bedeutung. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Energie liegt in der Türkei unter dem OECD-Durchschnitt, die Energieintensität hingegen weitaus darüber. Betrachtet man den Energiemarkt insgesamt, so ist in den kommenden Jahren landesweit mit steigenden Strom-, Gas- und Wasserpreisen zu rechnen. Die langjährige Subventionspolitik der Regierung wird nicht zuletzt aufgrund der immens hohen Ausgaben für Energieimporte zunehmend schwieriger finanzierbar.

Deutschland nimmt in puncto ausländische Direktinvestitionen seit Jahren einen Spitzenplatz in der Türkei ein. Für die aufstrebende Zusammenarbeit sind das Beschäftigungspotenzial, die Kompetenz und die Kreativität der türkischen Unternehmen wichtige und notwendige Eigenschaften. Die deutschen Lieferungen stiegen 2020 laut türkischer Statistik um 13% gegenüber dem Vorjahr auf 21,7 Mrd. USD. Die wertmäßig wichtigsten Importe aus Deutschland waren Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile, Maschinen, Flugzeuge, Mess- und Prüfgeräte. Deutschland war nach China (23 Mrd. USD, +21%) das zweitwichtigste Lieferland der Türkei. Importe sollen künftig durch lokale Produktion verstärkt substituiert werden.

Die offenkundigen Bedürfnisse des Marktes und der Mangel an Erfahrung in der Türkei können durch ein technologisch ausgereiftes Angebot deutscher Unternehmen bedient werden und den Markteintritt ermöglichen. Um vor Ort einen Eindruck von bestehenden Geschäftschancen zu bekommen, bietet sich die Energie-Geschäftsreise „Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Gebäuden mit Fokus auf Solar und Geothermie“ im Rahmen der Exportinitiative Energie in 2021 besonders an. Bei Entscheidungen über einen möglichen Markteintritt in den türkischen Wirtschaftsmarkt sollten ausländische Unternehmen Stärken und Schwächen sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken berücksichtigen.

Weiterführende Informationen

  • Energie-Geschäftsreise

    Veranstaltung: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz in Gebäuden mit Fokus Solar und Geothermie in der Türkei

    13.09.2021 –17.09.2021
    Türkei

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