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Marktanalysen 02.06.2022 - Energieerzeugung

Sektoranalyse Mali und Burkina Faso Sektoranalyse

Einleitung

Solarenergie in der Baumwollindustrie

  • Anwendungsfeld/ Technologie: Energieerzeugung, Solarenergie
  • Zielmarkt: Burkina Faso, Mali
  • Zielregion: Afrika
Sektoranalyse Senegal

Hinter Gold ist Baumwolle das größte Exportgut von Burkina Faso und Mali. Fast die Hälfte des Stroms für die Baumwollproduktion wird für den Materialtransport verbraucht. Zu den energieintensiven Prozessen in der Baumwollproduktion gehört auch die Entkörnung; vom Oktober bis April arbeiten die Maschinen dann 24 Stunden am Tag. Ein weiterer großer Verbraucher sind die Befeuchtungsanlagen; die Mehrheit der Fabriken haben dafür eine Wasserpumpe. Und schließlich kommen die Samen am Ende in eine Presse, um Öl und einen Presskuchen zu produzieren. Zum Teil werden die Samen vorher geschält, um deren spätere Nutzung in einer KWK-Anlage zu ermöglichen. Der Presskuchen findet als Tierfutter Verwendung. Auch die Presse läuft oft monatelang rund um die Uhr.

Obwohl der Staat in Mali seit Jahrzehnten eine Textilindustrie im Land etablieren möchte, hat sich bis jetzt keine dort angesiedelt. Ein Grund sind die hohen Energiepreise, der umgerechnet bei rund 17 Eurocent pro kWh liegt. Zur Auswahl stehen Industriekunden ein fester Tarif sowie ein zweigliedriger Stundentarif. Beim niedrigen Zeittarif sinkt der Preis auf 12 Eurocent (beide Angaben ohne MWSt).

Das Preisniveau ist im Nachbarland ähnlich: Auch in Burkino Faso gibt es zwei Zeittarife für Industriestrom im SONABEL-Netz. Die Spitzenzeiten sind 10-14 Uhr und 16-19 Uhr. Da der Strom auch unzuverlässig ist, sind Notaggregate häufig anzutreffen. Nur eine Fabrik im Sektor hat ein Blockheizkraftwerk (Leistung: 2 MW).

Burkina Faso besitzt mit geschätzten 5,5 kWh/m2/Tag ein hohes Sonneneinstrahlungspotenzial. Das Land möchte bis 2030 1 GW an PV-Leistung installiert haben. Dazu gibt es eine Reihe von Fördermaßnahmen. Der Verkauf von überschüssigem Strom ans Netz ist jedoch auf Niederspannungsniveau nicht ausreichend geregelt. Die Kosten pro kWh gehören zu den höchsten in der Region.

Mali hat teilweise noch bessere Solarbedingungen bei 5–7 kWh/m²/Tag. Eigenerzeuger können ihren überschüssigen Strom an einen Lizenznehmer oder an einen Konzessionär für die Erzeugung, Übertragung oder Verteilung unter der Voraussetzung verkaufen, dass mehr als 50 Prozent des jährlich erzeugten Stroms für den Eigenbedarf verbraucht werden; und an nahegelegene Nutzer, falls die öffentliche Versorgung in dem betreffenden Gebiet unzureichend ist, und vorausgesetzt, dass mindestens 70 Prozent des jährlich erzeugten Stroms für den Eigenbedarf verbraucht werden.

Diese Sektoranalyse liefert eine fabrikscharfe Analyse der Potentiale für erneuerbare Selbstversorgung in diesem Sektor. Für diese unterschiedlichen Standorte kann die Relevanz der Installation einer Solaranlage somit folgende Probleme angehen:

● Verbesserung der Qualität der Stromversorgung;

● Senkung der Kosten: Die Solaranlage würde die Inanspruchnahme von Stromaggregaten und des Netzes reduzieren, da Solaranlagen aufgrund der kontinuierlich sinkenden Kosten für Solaranlagen und der hohen kWh-Kosten des öffentlichen Stromnetzes und der Stromaggregate in Mali und Burkina Faso kostenmäßig konkurrenzfähig sind (< 60 CFA-Franc/kWh).

● Verringerung des CO2-Fußabdrucks durch die Integration einer erneuerbaren Energiequelle in den Produktionsmix.

Somit sind diese Märkte vielversprechend für deutsche KMU.

Veranstaltungen

  • Informationsreise

    Veranstaltung: Lösungen für erneuerbare Energien in Inselnetzen und netzferner Technologie in Senegal und Mali

    4. Quartal 2022
    Deutschland

    Öffnet Einzelsicht

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