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Konsortialbildung

Konsortialbildung und Markteinstieg El Salvador - Energie- & Abwasserprojekte in San Salvador (Klärwerkstechnik, Biogas, Photovoltaik und Kleinwasserkraft) Informationsveranstaltung im Rahmen der Konsortialbildung

Einleitung

Am 20.06.2023 findet von 09:00 bis 17:00 Uhr in München eine Informationsveranstaltung zum Thema: Unterstützung der Konsortialbildung und Markteinstieg El Salvador - Biogas Pilotprojekte aus Abwasser in El Salvador und Zentralamerika statt.

Beginn: 20.06.2023
Ende: 20.06.2023
Ort: München
Anwendungsfeld/ Technologie: Bioenergie, Energieerzeugung, Kleinwasserkraft, Solarenergie, Energieinfrastruktur
Zielmarkt: El Salvador
Zielregion: Amerika, Lateinamerika, Zentralamerika & Karibik

Teilnahme

Das Ziel der Veranstaltung ist die Bildung eines Konsortiums deutscher Unternehmen, die gemeinsam Biogas Pilotprojekte aus Abwasser in El Salvador und Zentralamerika realisieren möchten.

Die Informationsveranstaltung wird am Vormittag relevante Marktinformationen aus El Salvador bereitstellen. Lernen Sie vor Ort einen Mitarbeiter der AHK El Salvador sowie potenzielle Auftraggeber für ein erstes Pilotprojekt im Zielmarkt kennen und nutzen Sie die Chance des direkten Austausches während der Veranstaltung.

Am Nachmittag findet ein Workshop mit den deutschen Unternehmen statt, um die Konsortiums- und Projektmöglichkeiten zu vertiefen. Diskutieren Sie mit interessierten Unternehmen über die Möglichkeiten, lernen Sie sich gegenseitig kennen und Nutzen Sie die Chancen einer Unternehmenskooperation im Rahmen eines Konsortiums.

Im Anschluss werden die interessierten Unternehmen durch die Exportinitiative Energie bei der Konsortialbildung begleitet mit dem Ziel als Konsortium im 2. Halbjahr 2023 in El Salvador Gespräche mit relevanten Stakeholdern und potenziellen Abnehmern zu führen.

Anmeldeschluss ist der 23.05.2023.

Ihnen als deutscher Technologieanbieter oder Dienstleister wird die Teilnahme vom BMWK im Rahmen der Exportinitiative Energie gefördert. Die Teilnahme ist daher kostenfrei, lediglich die Cateringgebühr beträgt 45,00 EUR.

Information zum Zielmarkt

Abwasser stellt in El Salvador ein enormes sozioökologisches Problem dar. Laut dem nationalen Umweltministerium sind mind. 90% des Oberflächenwassers in El Salvador durch unbehandeltes Abwasser verschmutzt. Mit der Verabschiedung des neuen Wasserhaushaltsgesetz im Dezember 2021 hat die Regierung die Abwasserentsorgung neben der Trinkwasserversorgung als Menschenrecht in die nationale Gesetzgebung festgeschrieben. In diesem Zusammenhang treibt sie den landesweiten Ausbau von Kläranlagen voran.

Klärsubstrat wurde dabei erstmals als Energieträger identifiziert. Die Erzeugung und Verstromung von Biogas sollen die geplanten und in Betrieb befindlichen Kläranlagen mitfinanzieren. Die von allen relevanten Akteuren im Wassersektor durchgeführten Machbarkeitsstudien haben diesbezüglich positive Resultaten hervorgebracht. Der staatliche Energieerzeuger CEL (Comisión Ejecutiva Hidroeléctrica del Rio Lempa) beabsichtigt im Laufe des Jahres (2023) eine Kläranlage am Acelhuate-Fluss auszuschreiben und hat dafür ca. 36 Mio. US-Dollar vorgesehen. Der Acelhuate-Fluss führt 70 % des Abwassers der Metropolregion San Salvadors, der mit ca. 2 Mio. Einwohner grösste Ballungsraum des Landes. Er mündet in den Lempa, der sämtliche Stauseen und Wasserkraftwerke des Landes versorgt und Lebensraum für eine Vielzahl der Einwohner El Salvadors darstellt. Die Kläranlage soll jährlich über 43 Mio. m2 Abwasser behandeln, die aktuell in den Acelhuate geleitet werden und wichtige Wasserressourcen des Landes kontaminieren.

Zur Senkung der Betriebskosten der Kläranlage am Acelhuate setzt CEL auf Erlöse durch die Verstromung von Biogas, das als Faulgas aus dem Klärsubstrat gewonnen wird. Für die technische Auslegung und anschließende Ausschreibung wurde das deutsche Ingenieurbüro Fichtner im Verbund mit dem lokalen Unternehmen Estructuristas Consultores beauftragt. Das vorläufige Design der Biogasanlage hat eine errechnete Kapazität von 2,85 MWe. Der Auftraggeber plant weiterhin die Anlagenintegration von Fotovoltaik und Kleinstwasserkraft mit einer Kapazität von insgesamt 2,35 MW. Dreiviertel der errechneten Jahresstromerzeugung von 25 GWh stammt aus der Biogasproduktion. CEL gibt an, damit in Zukunft 21,000 Haushalte mit Strom versorgen zu können.

Die technische Auslegung der Anlage ist laut dem Auftraggeber fertiggestellt. Nach Abschluss der Umweltverträglichkeitsstudie und weiterer administrativer Schritte wird im Laufe des Jahres die Ausschreibung initiiert. Die Anlage ist in El Salvador ein Novum und kann auch aufgrund ihrer Bedeutung für die Region Lateinamerikas als Leuchtturmprojekt bezeichnet werden.

Des Weiteren konnte im September diesen Jahres ein Kredit der Interamerikanischen Entwicklungsbank in Höhe von $106 Mio. USD gesichert werden, der im Kontext der Tourismusinfrastruktur u.a. für die Erweiterung von vier Kläranlagen im Osten des Landes bestimmt ist. Der staatliche Wasserversorger ANDA (Administración Nacional de Acueductos y Alcantarillados) plant ebenfalls die Anwendung der Biogastechnologie bei vorhandenen und geplanten Klärwerken. Neben kommunalen Kläranlagen erschließen sich weitere Geschäftschancen für Biogasanlagen in der Lebensmittelindustrie.

Bislang arbeiten die wenigen vorhandenen Biogasanlagen mit Deponiegas und Gülle. Die Errichtung der kommunalen Kläranlage mit Biogasnutzung am Acelhuate eröffnet neue Marktchancen, die eine hohe Replizierbarkeit auch in den Nachbarländern aufweist. Der hohe „Wasserstress“ in der zentralamerikanischen Region bewegt die Entscheidungsträger die Abwasserinfrastruktur auszubauen und stellt einen guten Zeitpunkt dar, in den Markt einzusteigen.

Organisation und Ansprechpartner

Die Veranstaltung wird organisiert von der energiewaechter GmbH, einem Durchführer der Exportinitiative Energie, gemeinsam mit der AHK El Salvador und der RENAC AG. Bei Fragen zur Teilnahme auf deutscher Seite wenden Sie sich bitte an Meike Wächter (energiewaechter).