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Ein Wegweiser für klimafreundliche Windenergie: RES-Projekt an der Europabrücke südlich von Innsbruck in Österreich
Einleitung
Bisher einmalig in Europa - erstmals ernten Windturbinen auf Brückenpfeilern nachhaltige Energie. Der so erzeugte Strom wird direkt vor Ort zur Versorgung einer Mautstation verwendet. Am 16. Mai 2023 wurde dieses innovative Projekt feierlich eingeweiht.
Arbeiten von professionellen Industriekletterern zur Installation der Mikro-Windturbinen an der Europabrücke bei Innsbruck im RES-Projekt Österreich
Im Rahmen des Renewable-Energy-Solutions-Programms (RES-Programm) der Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) wurden zum ersten Mal in Europa netzunabhängige Mikro-Windturbinen mit einer Nennleistung von 4 kW auf den Pfeilern der Europabrücke der Brenner Autobahn in 140 Metern Höhe installiert. Diese werden künftig die elektrotechnischen Einrichtungen der nahegelegenen Mautstelle Patsch mit grünem Strom versorgen. Ziel des RES-Projekts Österreich ist die Demonstration und Markteinführung des modularen Windenergiesystems des Berliner Unternehmens Modulare Windenergieanlagen GmbH (MOWEA) zur industriellen und dezentralen Erzeugung und Nutzung von Kleinwindkraft.
MOWEA ist eine Ausgründung der Technischen Universität Berlin. Die Mission des Start-ups ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig ihre Energiekosten zu senken. Um dies zu erreichen, kombiniert MOWEA standardisierte Mikrowindturbinen zu einem einzigartigen modularen Windenergiesystem, das sich flexibel an die spezifischen Gegebenheiten und individuellen Energiebedarfe von Unternehmen und Industrien anpasst. Die Referenzanlage an der Europabrücke besteht zunächst aus acht Mikro-Windturbinen sowie vier Halterungen (für jeweils zwei Turbinen) und generiert etwa 6.000 kWh Strom pro Jahr.
"Ich freue mich über dieses europaweit einzigartige Windkraftprojekt auf der höchsten Brücke Österreichs. Für die Bewältigung der Klimaherausforderungen brauchen wir die Innovationskraft von Start-Ups und die Kollaboration und Kraft etablierter Unternehmen. Beides harmoniert hier sehr gut zusammen", sagte Dr.-Ing. Till Naumann, Gründer und CEO MOWEA, anlässlich der Projekteröffnung.
Der Kunde und Projektpartner auf österreichischer Seite ist die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFiNAG). Das Pilotprojekt, welches als Praxisbeispiel für die Nachrüstung bestehender Infrastruktur zur Erzeugung regenerativer Energie dient, geht auf eine Idee der ASFiNAG zurück und wurde gemeinsam mit MOWEA entwickelt und umgesetzt. ASFiNAG betreibt in Österreich über 5.700 Brücken und beabsichtigt, nach Abschluss und Evaluierung des Projektes, die Ausstattung weiterer Brücken.
Unterstützung durch das RES-Programm
Als Durchführungspartner der Exportinitiative Energie begleitete die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) im Rahmen des RES-Programms die MOWEA dabei, mittels vielfältiger Marketingmaßnahmen und Vernetzungsaktivitäten, die Vorteile ihrer innovativen Technologie in Österreich bekannt zu machen. Dabei wurden technologiespezifische und zielmarktgerechte Marketingmaterialien erstellt, die Webpräsenz um den Bereich „Infrastruktur“ ergänzt sowie umfangreiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit geplant und umgesetzt. Das RES-Programm förderte darüber hinaus die Teilnahme an Fachmessen.
Unter Beteiligung vieler Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie Medienvertretenden wurde die Kleinwindanlage der MOWEA am 16. Mai 2023 feierlich eingeweiht. Anschließend fand ein Netzwerktreffen statt, bei dem sich alle geladenen Gäste ausgiebig austauschen konnten und das im Rahmen des RES-Programms produzierte Projektvideo zur Installation der Anlage gezeigt wurde. Thomas Mützelburg, Referent für Wirtschaft, Presse und Kultur sowie EU-Beauftragten der Deutschen Botschaft in Wien, sagte bezeichnete die Anlage auf der Eröffnungsfeier als ein wichtiges Signal dafür, "dass Österreich und Deutschland gemeinsam die Herausforderung der Energiewende schaffen. Als in Deutschland konzipierte und in Österreich produzierte Anlage ist sie das perfekte Beispiel. Zugleich ist ihr Standort – als erste kommerzielle Windkraftanlage in Tirol – wichtig, um auch im Westen Österreichs auf elegante Art für die Akzeptanz von Windkraft zu werben.“
v.l.: Thomas Mützelburg, Wirtschaftsreferent der Deutsche Botschaft in Wien; Claudia Ardelean, dena; Honorarkonsul Hon.-Prof. Dr. Czernich; Ing. Stefan Siegel, GF ASFiNAG; Dr.-Ing. Till Naumann, CEO & Gründer MOWEA; Michael Knecht, General Manager Dynacast
Mit dem RES-Programm unterstützt die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) insbesondere kleine und mittelständische deutsche Unternehmen der Erneuerbare-Energien sowie Energieeffizienz-Branche mit innovativen Lösungen bei der Erschließung neuer Absatzmärkte. Im Rahmen des Programms werden Referenzanlagen in einem Zielmarkt errichtet und mit Unterstützung der Deutschen Energie-Agentur GmbH öffentlichkeits- und werbewirksam vermarktet. Durch Informationsvermittlung sowie Schulungsaktivitäten soll die Nachhaltigkeit des Markteintritts gefördert und die Qualität klimafreundlicher Technologien aus Deutschland demonstriert werden.