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RES-Programm: Erste Wasserstoff-KWK-Lösung des Vereinigten Königreichs
Einleitung
Im Zuge der weltweiten Dekarbonisierung der Energiemärkte gewinnt Wasserstoff zunehmend an Bedeutung – u.a. auch für die Nutzung in dezentralen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK). Ziel der britischen Regierung ist es, 10 GW Wasserstoff-Produktionskapazität bis 2030 aufzubauen und die Nutzung von CO2-armem H2 im Land zu beschleunigen.
Am Flughafen Kirkwall auf den Orkney Inseln in Schottland, einem Archipel, welches aus ca. 100 kleinen Inseln besteht, wird über ein Gezeitenkraftwerk 100 Prozent grüner Wasserstoff erzeugt. 2G Energy AG, ein international tätiger Hersteller von Blockheizkraftwerken (BHKW) zur dezentralen Bereitstellung von Strom und Wärme, installierte am Flughafen ein BHWK, welches mit bis zu 100 Prozent Wasserstoff betrieben werden kann. Dieser Wasserstoff wird vor Ort mit Strom aus dem Gezeitenkraftwerk erzeugt.
KWK-Anlage ermöglicht schrittweisen Übergang zur grünen Wasserstoffwirtschaft
Das BHKW mit einer elektrischen Leistung von 115 kW und einer thermischen Leistung von 128 kW wurde in einem von 2G entwickelten Container verbaut, welcher in etwa 50 Meter Entfernung zum Hauptgebäude des Flughafens installiert wurde. Der Container ist über eine Wärme- und Stromleitung mit dem Flughafengebäude verbunden, um einen Teil des Wärme- und Strombedarfs des Hauptgebäudes des Flughafens zu decken.
Die Referenzanlage wurde bereits für einen längeren Testzeitraum auf dem Flughafen eingesetzt und ist die erste rein mit Wasserstoff betriebene KWK-Anlage, die im Vereinigten Königreich installiert wurde. Der Vorteil der dezentralen KWK-Technologie liegt insbesondere darin, dass ein schrittweiser Übergang in die Wasserstoffwirtschaft ermöglicht wird. Jedes ausgelieferte 2G Modul ist bereit für den Einsatz mit Wasserstoff und kann darüber hinaus auch mit Erdgas-/Wasserstoffgemischen beliebiger Zusammensetzung betrieben werden, bevor eine einfache Nachrüstung des Motors erforderlich ist, um einen höheren Wasserstoffanteil aufzunehmen.
Die von der schottischen Regierung finanzierte KWK-Anlage am Flughafen Kirkwall ist Teil einer Reihe von Initiativen, die vom Europäischen Meeresenergiezentrum (EMEC) in Zusammenarbeit mit Highlands and Islands Airports Limited (HIAL) zur Dekarbonisierung des Flughafens durchgeführt werden. Eine vom EMEC durchgeführte Studie ergab, dass der Raum- und Wasserheizungsbedarf im Flughafenterminal nach dem Flugbetrieb die größte Quelle für Treibhausgasemissionen darstellt.
Innovatives Marketing
Als Durchführungspartner der Exportinitiative Energie begleitete die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) im Rahmen des RES-Programms die 2G Energy AG dabei, mit Marketing- und Vernetzungsaktivitäten, die Vorteile ihrer innovativen Technologie im Vereinigten Königreich bekannt zu machen. Bei der sogenannten „Road to Net Zero“-Tour wurde eine rein mit Wasserstoff betriebene Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (dasselbe Modell wie beim Flughafenprojekt in Kirkwall) an sieben Standorten im Vereinigten Königreich potenziellen Kunden, Interessengruppen, Politikern, Partnern, anderen Zulieferern und Vordenkern der Energiebranche vorgestellt. Die Tour zeigte, dass die Zukunft des Wasserstoffs schon heute greifbar ist. Die Marke 2G Energy und das Referenzprojekt am Flughafen Kirkwall konnte so einem größeren Interessentenkreis bekannt gemacht werden.
Die feierliche Eröffnung der Referenzanlage fand am 22. November 2023 auf der Energiemanagement-Messe EMEX in London statt. Die Teilnahme des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland, Herrn Miguel Berger, mit seinem Kollegen, Herrn Marius Kretzschmar, signalisierte die Bedeutung des Projektes für Großbritannien und das Engagement einer weltweiten Zusammenarbeit für die Energie der Zukunft. Die Wasserstoff-Partnerschaft zwischen Großbritannien und Deutschland zielt darauf ab, erneuerbare Wasserstofftechnologien, Arbeitsplätze und kohlenstoffarme Investitionen zu fördern sowie neue Märkte zu erschließen. Stefan Liesner, Leiter des Marketings und Public Affairs bei 2G Energy berichtet auch im Interview mit der Exportinitiative Energie von den Erfahrungen mit der Programmteilnahme.
Mit dem RES-Programm unterstützt die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) insbesondere kleine und mittelständische deutsche Unternehmen der Erneuerbare-Energien sowie Energieeffizienz-Branche mit innovativen Lösungen bei der Erschließung neuer Absatzmärkte. Im Rahmen des Programms werden Referenzanlagen in einem Zielmarkt errichtet und mit Unterstützung der Deutschen Energie-Agentur GmbH öffentlichkeits- und werbewirksam vermarktet. Durch Informationsvermittlung sowie Schulungsaktivitäten soll die Nachhaltigkeit des Markteintritts gefördert und die Qualität klimafreundlicher Technologien aus Deutschland demonstriert werden.