Technologie: PV

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Laut einer Studie der Internationalen Erneuerbare Energien Agentur (IRENA) könnte der afrikanische Kontinent bis 2030 eine installierte Photovoltaik (PV)-Leistung von 70 GW erreichen. Als Grund dafür nennt die Agentur die gesunkenen Stromgestehungskosten in 21 untersuchten Ländern in Subsahara-Afrika sowie der MENA-Region. Diese seien von 2012 bis September 2016 aufgrund der Preisentwicklung für PV-Module um ca. 60% zurückgegangen. Zudem begünstigt die hohe Solareinstrahlung zwischen 1.750 und 2.500 kWh/m²/a in den untersuchten Regionen die Nutzung von PV.

Für große PV-Kraftwerke (über 1 MW) gehen die IRENA-Schätzungen für das Jahr 2016 von Stromgestehungskosten in Höhe von 1.300-4.100 US-Dollar/kW aus. Das Großanlagen-Segment entwickelt sich aber laut IRENA vor allem in Märkten mit entsprechenden Anreizsystemen, wie z. B. in Südafrika. Hier wird der PV-Ausbau vor allem durch das Beschaffungsprogramm für erneuerbare Energien durch unabhängige Stromproduzenten (REIPPPP) gefördert (siehe dazu Marktnachricht vom 21.04.2015). Als Ergebnis finden sich derzeit in Südafrika mit 1,4 GW 65% der in Afrika installierten PV-Kapazitäten.

Aber auch PV-Mini-Netze mit Kapazitäten über 200 kW bis 1 MW stellen laut der IRENA-Studie mit geschätzten Stromgestehungskosten zwischen 1.900 und 5.900 US-Dollar/kW eine interessante Lösung für viele afrikanische Regionen ohne Netzanschluss dar. Die Kosten für netzunabhängige Kleinanlagen (unter 1 kW) seien mit 56-214 US-Dollar pro Jahr geringer als die Ausgaben, die weite Teile der Bevölkerung im Schnitt für ihre bisherige, häufig unzuverlässige Stromversorgung tätigen. Bis dato haben laut IRENA-Angaben 600 Millionen Afrikaner keinen Zugang zu Elektrizität.

2014 wurden laut der Studie in Afrika insgesamt 800 MW-PV-Kapazität installiert. Im Jahr 2015 waren es 750 MW. Insgesamt lag die PV-Leistung damit Ende 2015 bei 2,1 GW.