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Marktanalysen 10.03.2021 - Energieinfrastruktur

Ecuador: Dezentrale Energieerzeugung, Netzintegration und Speicher AHK-Zielmarktanalyse 2021

Einleitung

Auf Ecuadors Energiemarkt vollziehen sich große Veränderungen. Neben der Deckung der konstant steigenden Energienachfrage hat der Staat, wie von der Verfassung vorgegeben, die Aufgabe, den Energiemix zugunsten von erneuerbaren Energien zu verändern. In den vergangenen Jahren hat sich die Regierung das Ziel gesetzt, bis 2022 insgesamt 93% ihres Stroms aus erneuerbaren Energiequellen zu generieren (2014: 49,2%). Das wurde bereits in 2019 mit über 90% praktisch erreicht. Hierfür investierte der Staat eine Gesamtsumme von 5 Mrd. USD in den Bau von acht Großprojekten.

  • Anwendungsfeld/ Technologie: Energieerzeugung, Bioenergie, Solarenergie, Energieinfrastruktur, Energiespeicher, Windenergie
  • Zielmarkt: Ecuador
  • Zielregion: Amerika, Südamerika
ZMA Ecuador 2021

Allerdings ist der hohe Anteil erneuerbarer Energien an der Energiematrix nur dank der Wasserkraft möglich. Hier stellen jedoch die großen Schwankungen der Verfügbarkeit in der Trocken- und Regenzeit eine Herausforderung dar, da die meisten Wasserkraftwerke in der Amazonasregion angesiedelt sind und so in einer Klimazone. Bisher werden die Ausfälle bei Wasserknappheit durch thermische Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen ausgeglichen. Langfristig soll jedoch durch dezentrale Erzeugung aus nicht traditionellen erneuerbaren Quellen das Wachstum des Strommarktes abgefangen und die lokalen Netze stabilisiert werden. Der ecuadorianische Staat unterscheidet bei den erneuerbaren Energien zwischen konventionellen und nicht konventionellen erneuerbaren Energieträgern. Unter zuerst genannter Kategorie sind Wasserkraftwerke ab 30 MW und Windkraftwerke klassifiziert. Bioenergie, Geothermie, Solarthermie, Photovoltaik und Wasserkraft unter 30 MW gelten hingegen als nicht konventionell. Der Verfassung entsprechend hat der Staat bei konventionellen erneuerbaren Energieträgern eine führende Rolle. Es gibt jedoch Bestrebungen, auch hier verstärkt den Privatsektor in die Energieerzeugung mit einzubeziehen.

Ein zusätzliches Argument für die Nutzung erneuerbarer Energien im Privatsektor ist die jüngst angekündigte Politik zur effizienten Nutzung von Energie und Ressourcen. Neben dem nationalen Plan zur Energieeffizienz gibt es seit 2019 auch ein Gesetz zur Förderung der Energieeffizienz. Neben dem Klimaschutz möchte der Staat auch von geringeren Subventionsausgaben für Treibstoffimporte profitieren. Deswegen wurden Subventionen für Diesel, Öl und Gas zur industriellen Nutzung bereits gestrichen.2 Das motiviert die Unternehmen nach Alternativen Ausschau zu halten.

Dadurch wird eine Dynamisierung des noch jungen Marktes für erneuerbare Energien erwartet. Hürden sind weiterhin noch fehlende Kenntnisse und Mangel an ausgebildetem Personal zur Umsetzung der Projekte, eine recht teure lokale Finanzierung und eine geringe Bereitschaft für langfristige Investitionen. Bei entsprechender Unterstützung durch Capacity-Building und flexible Technologien sehen wir sehr gute Absatzvoraussetzungen in der Industrie, im kommerziellen Sektor und in der Landwirtschaft. Für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit ist erfahrungsgemäß entweder ein Partner vor Ort oder eine eigene Niederlassung notwendig. Durch die fachliche und logistische Beratung der AHK Ecuador werden Wege geebnet und im Rahmen von Geschäftsreisen der Exportinitiative Energie des BMWi wertvolle Kontakte vermittelt.

Veranstaltungen in der Region

  • AHK-Geschäftsreise optional inkl. Finanzierungsberatung

    Veranstaltung: Dezentrale Energieerzeugung, Netzintegration und Speicher in Ecuador

    19.04.2021 –23.04.2021
    Online

    Öffnet Einzelsicht
  • Informationsreise

    Veranstaltung: Erneuerbare Energien in touristischen Gebieten in Ecuador

    4. Quartal 2021
    Deutschland

    Öffnet Einzelsicht