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Brennstoffzellentechnik versorgt Funkstation westlich von Calgary in ca. 2.500 Meter Höhe
Einleitung
Es gibt viele abgelegene und netzferne Regionen auf der Erde – häufig kommt dort Solarenergie zum Einsatz. Für Regionen, die im Winter von extrem niedrigen Temperaturen, Eis, Schnee und starken Winden betroffen sind, ist propangasbetriebene Brennstoffzellentechnik eine Lösung.
Mit einer Landesfläche von fast zehn Mio. Quadratkilometern und einer Bevölkerungsdichte von nur rund 4,2 Einwohnern pro Quadratkilometer hat Kanada für landesweite Infrastrukturmaßnahmen besondere Herausforderungen zu bewältigen. Zum einen sind große Distanzen zu überwinden und zum anderen müssen technische Versorgungseinrichtungen auch in netzfernen Regionen zuverlässig mit Strom versorgt werden. Die Brennstoffzellentechnik stellt hier eine Möglichkeit dar, diese Herausforderung auch unter extremen Wetterbedingungen zu meistern. Im Rahmen des Renewable-Energy-Solutions-Programms (RES-Programm) der Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) wurde nun zum ersten Mal ein Projekt, bei dem eine Brennstoffzellentechnik zur Energieversorgung zum Einsatz kommt, feierlich eingeweiht. Nicht nur die Technik stellt ein Novum im Programm dar, auch der Installationsort der feierlich eingeweihten Referenzanlage in Kanada ist spektakulär.
Das deutsche Unternehmen Sunfire Fuel Cells GmbH ist spezialisiert darauf, Energieversorgungslösungen mittels Brennstoffzellentechnik für netzferne Infrastrukturen weltweit bereitzustellen. Zusammen mit ihrem kanadischen Installations- und Vertriebspartner Ensol Systems Inc haben sie bereits Anfang des Jahres einen propangasbetriebenen Brennstoffzellengenerator Sunfire-Remote 400 auf einem abgelegenen Berggipfel westlich von Calgary in 2.473 m Höhe in Betrieb genommen. Dieser stellt seitdem die Stromversorgung für eine Funkstation auf dem ansonsten nur zu Fuß oder per Helikopter erreichbaren Berggipfel in den Wintermonaten sicher. Während in den Sommermonaten ausreichend Solarenergie über Photovoltaikmodule zur Verfügung steht, sorgen im Winter eisige Winde und Temperaturen von unter -30 °C zeitweise für unzureichende Energieversorgung der Funkstation. Eine Fernüberwachungsfunktion des Brennstoffzellengenerators ermöglicht zudem, eine störungsfreie Funktion der Anlage sicherzustellen.
Mit den im Sunfire-Remote 400 verwendeten Hochtemperatur-Festoxid-Brennstoffzellen (Solid Oxide Fuel Cell – SOFC) ist ein Betrieb mit allseits verfügbarem und günstigem Propan möglich, ohne dass, wie bei den technischen Alternativen, Stacks oder Abgasleitungen einfrieren bzw. Ölwechsel notwendig werden. Außerdem ermöglicht der Brennstoffzellengenerator sehr lange Wartungsintervalle von bis zu 10.000 Betriebsstunden. Betreiber dieser technischen Lösung können somit die Betriebssicherheit erhöhen und Kosten senken.
Auslandsmarketing im Rahmen des RES-Programms
Als Durchführungspartner der Exportinitiative Energie begleitet die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) im Rahmen des RES-Programms die Sunfire Fuel Cells GmbH dabei, mittels vielfältiger Marketingmaßnahmen und Vernetzungsaktivitäten, die Vorteile ihrer innovativen Technologie in Kanada bekannt zu machen. Dabei werden technologiespezifische und zielmarktgerechte Marketingmaterialien geplant und umgesetzt. Das RES-Programm fördert darüber hinaus die Mitgliedschaft in diversen Industrieverbänden sowie die Organisation von Schulungen zur Sicherung des Wissenstransfers zur Wartung und zum Betrieb der Anlagentechnik.
Unter Beteiligung des Deutschen Generalkonsuls aus Vancouver, Herrn Marc Eichhorn, und weiteren Gästen aus Politik und Wirtschaft sowie Medienvertretenden wurde das erste Brennstoffzellenprojekt im RES-Programm am 12. Juni 2023 feierlich in Calgary eingeweiht. Jim Brasset, der Vizepräsident für technologische Entwicklungen beim lokalen Partner Ensol, ging auf die innovative Technologie ein, die für die rauen Umgebungsbedingungen, gerade im Winter, eine neue Möglichkeit bietet: „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Technologien, die einen Innovationsschub auslösen, und freuen uns, dass wir mit Sunfire Fuell Cells, unseren Kunden dies nun bieten können.“ Anschließend fand ein Netzwerktreffen statt, bei dem sich alle geladenen Gäste ausgiebig austauschen konnten.
Mit dem RES-Programm unterstützt die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) insbesondere kleine und mittelständische deutsche Unternehmen der Erneuerbare-Energien sowie Energieeffizienz-Branche mit innovativen Lösungen bei der Erschließung neuer Absatzmärkte. Im Rahmen des Programms werden Referenzanlagen in einem Zielmarkt errichtet und mit Unterstützung der Deutschen Energie-Agentur GmbH öffentlichkeits- und werbewirksam vermarktet. Durch Informationsvermittlung sowie Schulungsaktivitäten soll die Nachhaltigkeit des Markteintritts gefördert und die Qualität klimafreundlicher Technologien aus Deutschland demonstriert werden.