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Klimafreundliche Energielösung aus Deutschland versorgt neues Kunststoffrecyclingcenter auf Boa Vista
Einleitung
Mit einem neuen Kunststoffrecyclingcenter und dessen Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien gleich drei Probleme der kapverdischen Insel Boa Vista angegangen: Müllverwertung, Energieversorgung und Baustoffknappheit. Das Konzept der nOa Climate GmbH hat Potenzial, auch auf anderen Inseln erfolgreich zu sein.
Photovolataikanlage auf dem Dach des neuen Kunststoffrecyclingcenters in Sal Rei
Kap Verde ist ein Inselstaat und Archipel im östlichen Atlantik vor der Küste Senegals. Boa Vista ist die östlichste und drittgrößte Insel des Archipels. Kap Verde hat aufgrund seiner Insellage unterschiedlichste Herausforderungen zu bewältigen, die sowohl die Abhängigkeit von Importen fossiler Brennstoffe, als auch das vermehrte Aufkommen von Ozeanplastik betreffen. Das Projekt der nOa Climate GmbH, das im Rahmen des Renewable-Energy-Solutions-Programms (RES-Programm) gefördert wurde, nimmt sich dieser Probleme an.
Neben Ozeanplastik, welches vom Atlantik an die Strände gespült wird, hat die Insel mit Einwegplastik aus dem stark wachsenden Tourismussektor zu kämpfen. Die Kunstoffteile belasten die Umwelt und gefährden die einzigartige Fauna des Archipels. Zum anderen ist der Inselstaat stark von Energieimporten abhängig. Für seine Energieversorgung sind Einfuhren fossiler Energieträger notwendig, um beispielsweise Dieselgeneratoren zu betreiben. Dies ist zum einen teuer und klimaschädlich und geht zudem mit einer starken Lärmbelästigung einher. Neben Energieimporten gehören auch Baumaterialien zu den wichtigen Importgütern, die auf den kapverdischen Inseln stark nachgefragt werden und somit auch eine Abhängigkeit entstehen lassen – und dies alles zu teuren Importpreisen. Im Zuge des RES-Projektes Kap Verde, hat das deutsche Start-up nOa Climate GmbH eine Lösung eingebracht, um Plastikmüll auf Basis erneuerbarer Energien zu verwerten, um einen Teil der benötigten Baumaterialien vor Ort zu produzieren.
In der Inselhauptstadt Sal Rei stellte nOa Climate die Anlagenbtechnik zur klimafreundlichen Energieversorgung eines neuen Kunststoffrecyclingcenters zur Verfügung. Eine 4,6 kWp Aufdach-Photovoltaikanlage mit 4,6 kWh Batteriespeicher sowie eine Mikrobiogasanlage mit einer Wärmeleistung von 6,3 kW versorgen das kommunale Recyclingcenter mit elektrischer und thermischer Energie. Bei Bedarf kann die Anlage auch erweitert werden. Das Kunststoffrecyclingzentrum wurde als Teil der Initiative Reparaiso Boa Vista (Plastikfreies Boa Vista) von der Ortsregierung beauftragt und das entsprechende Gelände hierfür zur Verfügung gestellt. Die nOa climate GmbH hat neben der innovativen Energietechnik auch die gesamte Recyclingtechnik für das Kunststoffrecyclingzentrum geplant und bereitgestellt. Das Recycling von Ozean- und Einwegplastik ermöglicht somit eine Rückgewinnung von Rohstoffen für die Produktion langlebiger Baustoffe, wie zum Beispiel von Fliesen, oder auch für dekorative Gegenstände als Souveniere für Touristen dieses attraktiven Urlaubsziels.
Feierliche Projekteröffnung
Am 19. Mai 2023 wurde nun unter Beteiligung lokaler Stakeholder aus Politik und Wirtschaft das Kunststoffrecyclingcenter feierlich eingeweiht. Als Durchführungspartner der Exportinitiative Energie war die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) ebenfalls mit Grußworten bei der feierlichen Einweihung vertreten. Der Bürgermeister von Boa Vista, Herr Cláudio Mendonça, äußerte sich überaus positiv zum Projekt: „Wir beabsichtigen in die Nutzung erneuerbarer Energien zu investieren, um weniger fossile Brennstoffe zu verbrauchen und die Energiekosten zu senken. Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Panels werden wir dieses System im Zuge des Projekts erweitern. Deshalb setzen wir hierfür auf unsere deutschen Partner.“
Die dena unterstützte im Rahmen des RES-Projekts die nOa climate GmbH zudem bei der Vernetzung mit wichtigen Stakeholdern vor allem im Tourismussektor sowie Umweltschutzorganistionen, so dass die nOa climate GmbH die Notwendigkeit und Leistungsfähigkeit ihrer angebotenen Lösung potenziellen neuen Interessenten auf den kapverdischen Inseln aufzeigen konnte. Ziel des Unternehmes ist es, anhand der im Rahmen der RES-Projekts installierten Referenzanlage lokale Stakeholder, KMUs und Hotels anzusprechen, die Interesse daran haben, ebenso ein Recyclingcenter oder Erneuerbare-Energien-Lösungen zu betreiben.
Mit dem RES-Programm unterstützt die Exportinitiative Energie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) insbesondere kleine und mittelständische deutsche Unternehmen der Erneuerbare-Energien sowie Energieeffizienz-Branche mit innovativen Lösungen bei der Erschließung neuer Absatzmärkte. Im Rahmen des Programms werden Referenzanlagen in einem Zielmarkt errichtet und mit Unterstützung der Deutschen Energie-Agentur GmbH öffentlichkeits- und werbewirksam vermarktet. Durch Informationsvermittlung sowie Schulungsaktivitäten soll die Nachhaltigkeit des Markteintritts gefördert und die Qualität klimafreundlicher Technologien aus Deutschland demonstriert werden.