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Ostafrika: Neue Sektoranalysen machen Märkte transparent
Einleitung
Der ostafrikanische Markt bietet Anbietern von Photovoltaik sowie Technologien und Services zur Energieeinsparung gute Chancen. Drei neue Sektoranalysen des Projektentwicklungsprogramms (PEP) zeichnen ein umfassendes Bild der Potenziale und teilen Expertenwissen und Kontakte.
Drei neue Sektoranalysen des Projektentwicklungsprogramms (PEP), die im Februar 2023 veröffentlicht werden, informieren über die Potenziale klimaschonender Technologien in Ostafrika. Erste Ergebnisse wurden im Rahmen eines Webinars bereits vorgestellt.
Die Sektorstudien zeigen Geschäftsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen auf und identifizieren vielversprechende Investitionsbereiche. Zwei Analysen beschäftigen sich mit den Marktaussichten für Photovoltaik (PV) im kommerziellen und industriellen Sektor (C&I-Sektor) Ugandas beziehungsweise Ruandas. Eine weitere Sektoranalyse stellt den Einsatz energieeffizienter Technologien in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie Kenias in den Mittelpunkt. Sie konzentriert sich auf Effizienzmaßnahmen, Businessmodelle und Investitionsmöglichkeiten für deutsche Firmen.
Deutschen Firmen, die sich in den Bereichen Energieeffizienz und Photovoltaik in Ostafrika engagieren wollen, liefern die Sektoranalysen ein umfassendes Bild. Die Analysen sprechen beispielsweise deutsche Energieeffizienz-Dienstleistungsunternehmen, Energieauditoren und Anbieter energieeffizienter Technologien sowie Firmen aus den Bereichen PV-Technologieentwicklung und -Services an.
Aktuelle und praxisnahe Informationen
Die drei Sektoranalysen wurden Ende 2022 von den Länderteams des Projektentwicklungsprogramms erstellt und bieten Informationen, die sonst nicht ohne weiteres zugänglich sind. Sie enthalten zum Beispiel Kontakte, Leitfäden, Informationen zu technischen Details und rechtlichen sowie politischen Hintergründen. Sie informieren zudem darüber, welche Voraussetzungen unverzichtbar für erfolgreiche Geschäfte in Ostafrika sind. Dazu gehören zum Beispiel Sensibilisierungskampagnen, die über neue Technologien aufklären und Finanzierungspakete, die für die Kunden erschwinglich sind. Wichtig für den Erfolg ist auch der persönliche Kontakt vor Ort. Deutsche Unternehmen sollten möglichst über Büros oder Niederlassungen in den Zielländern verfügen, mit lokalen Firmen zusammenarbeiten und sich nationalen und internationalen Verbänden anschließen.
Großes Interesse deutscher Firmen an Projekten in Ostafrika
In einem Webinar im Januar 2023 stellte das Projektentwicklungsprogramm (PEP) die Sektoranalysen deutschen Firmen aus der Solar- und Energieeffizienzbranche vor. Das Interesse war groß. „Während des Webinars und im Anschluss meldeten sich mehrere deutsche Unternehmen, um weitere Informationen über Projektmöglichkeiten in Ostafrika zu erhalten“, berichtet Hendrik Hundhausen, Ländermanager für Kenia, Uganda und Ruanda.
Das Interesse besteht zu Recht, denn die Erfolgsaussichten auf den vorgestellten Märkten sind gut. Kenia zum Beispiel hat sich Energieeffizienz auf die Fahnen geschrieben, braucht bei der Verwirklichung dieser Strategie aber Unterstützung. 2020 startete Kenia eine nationale Energieeffizienz-Strategie (KNEESC), die in fünf Sektoren Energieeffizienz und -einsparungen erreichen will. Bis 2025 sollen Energieeffizienz-Maßnahmen für Haushalte, Gebäude, Industrie und Landwirtschaft, Verkehr und Energieversorgungsunternehmen etabliert werden. Darüber hinaus besteht bereits seit mehr als zehn Jahren die Energiemanagementverordnung. Sie verpflichtet Unternehmen mit einem jährlichen Verbrauch von mehr als 180 Megawattstunden Energieäquivalent, alle drei Jahre ein Energieaudit durchzuführen und Verbesserungsmaßnahmen umzusetzen. In der Praxis werden die Audit-Empfehlungen allerdings oft nicht aufgegriffen, unter anderem, weil den Unternehmen das nötige Know-how fehlt. Deutsche Erfahrung, Fachexpertise und technische Lösungen können den Unternehmen dabei helfen, ihren Verpflichtungen nachzukommen und einen Beitrag dazu leisten, Kenias Effizienzziele umzusetzen.
Ruanda und Uganda gehören in Ostafrika zu den Ländern mit dem größten Potenzial für kommerzielle und industrielle Solaranlagen. Dies ist zumindest im Falle Ugandas auf ein günstiges regulatorisches Umfeld zurückzuführen, auf eine wachsende Wirtschaft mit steigendem Energiebedarf und auf hohe Strompreise für industrielle und gewerbliche Kunden – im Vergleich dazu sind PV-Anlagen finanziell attraktiv. Zudem kommt es außerhalb der Hauptstädte Kampala und Kigali oft zu Stromausfällen, die im kommerziellen und gewerblichen Sektor in der Regel durch Dieselgeneratoren ausgeglichen werden. Die Nutzung der Generatoren verursacht gerade in der momentanen Situation hoher Dieselpreise, zusätzliche Kosten und beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.
Die Sektoranalysen sehen die besten Chancen für Photovoltaik in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte wie Tee, Kaffee und Blumen, gute Geschäftsaussichten bieten aber auch der private Gesundheitssektor, der Tourismus sowie Real Estate. In den meisten dieser Wirtschaftszweige wird rund um die Uhr gearbeitet und entsprechend viel Energie ist nötig. Auch größere PV-Anlagen zur partiellen Deckung des Eigenbedarfs haben daher im kommerziellen und industriellen Sektor Ugandas und Ruandas Chancen.
Weiterführende Informationen
Webinar Präsentation
Publikation:Sector analysis Kenya Energy Efficiency in the Food and Beverage Manufacturing Sector